Wie KI die Arbeit von Architektur- und Ingenieurbüros vereinfacht

Künstliche Intelligenz ist mehr als ein Trend. Sie kann die Arbeit von ArchitektInnen und IngenieurInnen erheblich vereinfachen, wenn sie richtig eingesetzt wird. Welche Einsatzmöglichkeiten KI in der Baubranche bietet, zeigt dieser Artikel.

Die Superlative der Künstlichen Intelligenz: Sophia von Hanson Robotics spricht auf der Konferenz AI for GOOD Global Summit, ITU in Genf
Foto: © ITU/R.Farrell

Die Superlative der Künstlichen Intelligenz: Sophia von Hanson Robotics spricht auf der Konferenz AI for GOOD Global Summit, ITU in Genf
Foto: © ITU/R.Farrell

Ein Grund, warum die Entwicklung und das wirtschaftliche Wachstum der Baubranche deutlich schleppender verläuft als in anderen Branchen, ist die zaghafte Digitalisierung. Die zwar durch die Corona-Krise einen Schub erfährt, dennoch ihr volles Potential nicht ausschöpft. Gerade bei der Einführung der künstlichen Intelligenz, kurz KI, ist die Baubranche vorsichtig. Jedoch ohne Grund, denn auch die Baubranche könnte angefangen von der Projektplanung über die Arbeit im Büro bis hin zur Kommunikation mit Kunden und Geschäftspartnern von den KI-Möglichkeiten profitieren.

Es gibt ganz unterschiedliche Sektoren der Baubranche, in denen KI-Anwendungen vorhandenes Potential nutzen können. Die vielen zur Verfügung stehenden KI-Möglichkeiten basieren alle auf dem gleichen Grundsatz. Es geht darum, dass Maschinen durch innovative Techniken die kognitiven, menschlichen Fähigkeiten erlernen und diese dann in verschiedenen Problemfällen anwenden können. Dadurch lassen sich Abläufe gezielt beschleunigen, Mitarbeiter entlasten und Ressourcen schonen.

Gerade bei Softwarelösungen der KI sind Daten eine der wichtigsten Grundlagen. Anhand von Daten lernen die Maschinen, wie Menschen Entscheidungen treffen, aber auch wie diverse Abläufe optimiert werden können. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Daten spielt hier eine wichtige Rolle. Maschinen fällt es umso leichter, Dinge zu verstehen, wenn eine ausreichend große Datenmenge vorliegt.

Vielfältige KI-Anwendung in der Baubranche möglich
Die Skepsis der Baubranche gegenüber der künstlichen Intelligenz ist groß. Dabei ist eine Anwendung der innovativen Technologien auf unterschiedlichen Ebenen möglich und alle ermöglichen gemeinsam eine signifikante Effizienzsteigerung der einzelnen Mitarbeiter und damit auch der kompletten Betriebe.

Digitales Datenmanagement zur Optimierung von Planungs- und Bauprozessen
Ein Bereich mit immensem SteigerungsPotential ist der Planungsprozess. Jedes Bauvorhaben muss aufwendig geplant werden, um dann während der Durchführung eine gezielte Steuerung und termingerechte Abwicklung zu ermöglichen. Verschiedene Studien haben sich bereits mit der Frage auseinandergesetzt, wie KI die Komplexität von Bauprozessen vereinfachen und damit die Effizienz steigern kann. Oberstes Ziel ist es, vorhandene Probleme und Herausforderungen der Branche durch die KI langfristig besser stemmen zu können.

Dabei zeigen die Untersuchungen: Digitales Datenmanagement kann komplexe Planungsprozesse erheblich vereinfachen. Im Forschungsprojekt SDaC arbeiten Experten daran, dezentrale Daten lesbar zu machen. Der Zugriff auf diese Daten hört an der Unternehmensgrenze nicht auf. Die KI ermöglicht die automatische Analyse von Bauwerksschnitten und erleichtert die Planung insgesamt. Planungsprozesse lassen sich also genauer, aber auch deutlich schneller abwickeln.

KI schafft Effizienzsteigerung bei der Gebäudeentwurfsplanung
Angefangen von der Planung bis hin zu Änderungswünschen schlüpft die KI in die Rolle eines intelligenten Assistenten und schafft es damit den Zeitaufwand einzelner Schritte deutlich zu reduzieren. Gerade bei der Gebäudeentwurfsplanung ist die KI-Anwendung mittlerweile am weitesten fortgeschritten und findet beispielsweise in Form von Spam-Filtern, aber auch als digitale Sicherheitsüberwachung auf Baustellen verschiedener Größenordnung Einsatz. Das Forschungsprojekt KImeetsBIM setzt sich hier intensiv für die Etablierung neuer KI-Technologien im Bauwesen ein.Durch eine höhere Effizienz werden mit der KI in der Planungsphase Mehrkosten vermieden, was wiederum die Betriebe mittelfristig stärken kann.

Kundenkommunikation mit Chatbots verbessert Servicequalität
Ein Punkt, den viele Kunden bei Bauunternehmen bemängeln, ist die schwierige Erreichbarkeit. Sind Baubetriebe häufiger nicht erreichbar, wächst die Unsicherheit und Kunden oder Interessenten sehen sich nach einer Alternative um. Um das zu vermeiden, ist die Anwendung von Chatbots, wie zum Beispiel dem speziell für die Baubranche entwickelten Chatbot von majaAI, ratsam. Chatbots kommunizieren im Interesse des Unternehmens mit dem Kunden. Sie nehmen Anfragen entgegen und leiten die ersten wichtigen Schritte ein.

KI im administrativen Bereich
Ein weiterer Punkt, mit dem sich jedes Bauunternehmen auseinandersetzen muss, ist die Büroarbeit. Auch hier bietet künstliche Intelligenz ein enormes Potential. Die konsequente Digitalisierung der Büroarbeit, besonders von Rechnungsbelegen, spart Zeit, minimiert Aufwand und Kosten und schafft Ordnung. Eine wichtige Grundlage stellt eine Software-Lösung wie beispielsweise die von sevDesk dar. Dank KI-Modul lernt die Software bei jedem hochgeladenen Beleg dazu und kann so Schlüsseldaten wie Kontonummer oder Lieferant erkennen. So wird automatisch das entsprechende Buchungskonto vorgeschlagen und die Verbuchung von Ein- und Ausgangsbelegen automatisiert. Selbstständige sowie KMUs können somit ihre Buchhaltung digital erledigen und Routineaufgaben automatisieren.

KI ist mehr als ein Trend
ArchitektInnen können von KI profitieren, wenn sie KI als Chance wahrnehmen. Langfristig kann sie die Branche in eine effizientere Zukunft führen.

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