Werkstatt für vernetztes Wissen
Bürogebäude, Aachen

In Aachen entsteht in der Nähe des Universitätsklini­kums ein Campus, an dem Hochschulinstitute und Unternehmen in einen unmittelbaren Wissenstransfer treten. Als erstes Privatunternehmen bezogen Carpus+Partner ihr Bürogebäude, das die Grundsätze ihrer Arbeits- und Architekturauffassung transportiert. Die Generalplaner für hochtechnologische Gebäude haben sich auf dem Cluster Biomedizintechnik ange­siedelt und suchen damit die Nähe zum Kunden und zur Wissenschaft.

Gebäude vermehren Wissen

Das eigene Bürogebäude sollte eine gute Arbeitsatmosphäre bieten und die interne und externe Vernetzung des interdisziplinär aufgestellten Teams symbolisieren. „Wir arbeiten in Teams und sind nie als Einzelkämpfer unterwegs“, erklärt Thomas Habscheid-Führer. „Es ist uns wichtig, dass die Mitarbeiter bestmögliche Bedingungen haben, um schnell miteinander in Austausch zu kommen. Der Schwer­punkt in unserem Gebäude liegt auf Kommunikation und weniger auf Konzentration.“ Als Planer für Büro- und Laborgebäude beobachteten Carpus+Partner in den letzten Jahren den Trend, dass das Wissen der Mitarbeiter und der Austausch immer stärker als Unternehmenswert aufgefasst wird. „Wir glauben, dass ein Gebäude Wissen vermehrt und die Produktivität steigert“, erklärt der Architekt.

Effizienz durch optimale Zusammenarbeit

Der Hauptsitz des Unternehmens räumt mit den alten Bürostrukturen auf, in dem sich Zellen an einem Flur aneinanderreihten. Die Werkstatt definiert nun einen offenen Kreativraum, in dem sich die Arbeitsplätze der 150 Mitarbeiter auf drei Ebenen um das öffentliche Atrium in einer Spirale anordnen. Das Konzept vom offenen Raum wurde nicht gewählt, um Quadratmeter einzusparen, sondern die Fläche pro Arbeitsplatz wurde im Vergleich zum alten Standort verdoppelt. „Das optimale Zusammenarbeiten bringt soviel mehr an Effizienz und Wirtschaftlichkeit“, erklärt Thomas Habscheid-Führer die Bereitschaft größer zu denken. „Die Baukosten sind im Verhältnis zu den Personalkosten gering.“

Barrierefreiheit in der Kommunikation

Ein wesentlicher Aspekt in der Gestaltung liegt in der Offenheit und Transparenz, die spontane Kommunikation fördern. Barrieren, wie etwa an eine Tür zu klopfen, entfallen. „Wenn ich an jemandem vorbei gehe, merke ich, ob er für ein Gespräch bereit ist, ob er aufschaut oder in seiner Arbeit vertieft ist“, so Yvonne Stein, die Projektleiterin. Die Büroebenen sind als Split-Level angeordnet und ermöglichen den visuellen Kontakt auch zu weiter entfernt sitzenden Kollegen. Die Anordnung der Arbeitsplätze in Vierer- und Sechsergruppen schafft eine hohe Flexibilität für die Teambildung zum Projektstart. Die Arbeitsbereiche setzen sich aus den ruhigeren Plätzen an der Fassade und den lebhafteren am Atrium zusammen. Dabei sind die Arbeitsplätze in Ausstattung und Gestaltung durchweg gleich behandelt, was die Firmenphilosophie der flachen Hierarchie unterstreicht.

Raumangebot mit Wahlfreiheit

„Nachhaltig ist für uns ein Ort, an dem Menschen gerne arbeiten“, sagt Yvonne Stein. Darin haben Carpus+Partner investiert undsie bieten den Mitarbeitern die Freiheit, sich aus dem Raumangebot den passenden Ort auszusuchen. Für ruhige, konzentrierte Arbeit gibt es Rückzugsbereiche. Für den Austausch stehen das legere Gespräch auf den Treppen-Sitzblöcken, die Stehbesprechung an der Küchenzeile, die gemütliche Runde im loungigen Wohnzimmer oder der Konferenzraum zur Wahl. In den Pausen lädt das öffentliche Bistro im Atrium ein. Wer lieber für sich ist, steigt auf das Dach und verweilt in der Dünenlandschaft.

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