Was von der Internationalen Bauausstellung bleibt…

Lange Zeit war die Elbinsel Wilhelmsburg nicht mehr als der Hinterhof Hamburgs, ein blinder Fleck auf der hanseatischen Landkarte. Doch mit der IBA Hamburg ist der Archipel in den Fokus des allgemeinen Interesses geraten. Mehr als zehn Jahre wurde an einer ökonomisch nachhaltigen, kulturell sinnvollen und architektonisch reizvollen (Stadtteil-)Aufwertung gearbeitet, welche die Bürger be­tei­ligt – als ein Exempel für die Zukunft der deutschen Metropole. Doch was bleibt, wenn die Internationale Bauausstellung das Präsen­tationsjahr 2013 beendet und 2014 das letzte Gebäude fertig gestellt sein wird?

Natürlich werden die Projekte bleiben – das Gebaute – unübersehbar die gesetzten Impulse. Doch hofft Uli Hellweg, Geschäftsführer der Internationalen Bauausstellung, dass auch die Erkenntnis bleibt: die der „Philosophie des ganzheitlichen Ansatzes“, wie er sie selbst nennt. Eine Denkweise, die alles gemeinsam denkt und als ein co-abhängiges Netz begreift – Bildung, Stadtgesellschaft und -planung sowie Nachhaltigkeit. Das heißt konkret, weiterhin Bildungsoffensiven zu verfolgen und energetische Stadtumbaukonzepte zu fördern, am Besten mit Hilfe von Beteiligungsstrukturen. Die Politik ist dazu aufgefordert, die Ansätze der Internationalen Bauausstellung 2013 weiter zu führen. Im Präsentationsgebiet sieht die IBA noch (Entwicklungs-)Potential, das bereits formuliert ist – ebenso kurz- wie mittelfristig soll mehr Wohnraum auf den Elbinseln entstehen. Des Weiteren sollen lokale Ökonomien gefördert, sowie kulturelle Initiativen gestärkt werden. Nun ist die Politik am Zug, insofern weiterhin ein Klima der Innovationen zu schaffen. Die Politik hat durch das Beispiel Wilhelmsburg Instrumente an die Hand bekommen, die es nun zu nutzen gilt – auch ohne die IBA vor Ort. Die IBA Hamburg hat entscheidende Anreize für einen mittel- bis langfristigen Strukturwandel gegeben. Nach dem Rückzug der IBA wird sich zeigen, inwiefern sich die Strategien in der täglichen Politik-Praxis behaupten können. Wichtig ist dabei das Erbe der Internationalen Bauausstellung nicht als Stadtmarketing zu begreifen, sondern als eine Chance Stadt neu zu denken. S.C.

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