von Gerkan, Marg und Partner

Südbahnhof Hangzhou/CN

In Hangzhou nimmt der neue Südbahnhof nach einem Entwurf der Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) den Betrieb auf. Er ist der drittgrößte Bahnhof der Millionenmetropole.

Leitidee des Entwurfes war eine Form mit klar ablesbarer Konstruktion, die aus den bahnplanerischen Gegebenheiten und den städtebaulichen Anforderungen entwickelt wurde. Der Bahnhof befindet sich südlich des Quiantang-Flusses im Distrikt Xiao und setzt sich aus zwei korrespondierenden Elementen zusammen – dem massiven Sockel und dem darüber gefalteten Dach. Der Sockel schichtet sich von den beiden Bahnhofsvorplätzen im Westen und Osten nach oben und bildet dort ein Plateau aus, auf dem sich die Wartehalle befindet.

Darunter liegt eine Plaza, über die zwei neue, angrenzende Stadtgebiete fußläufig miteinander verbunden sind. Das Dach überspannt sowohl die Halle als auch die 21 Bahnsteige und überwindet den Höhensprung dazwischen, indem es sich am Übergang zu den Gleisen nach unten faltet. Seine Lichtbänder folgen dem unregelmäßigen Rhythmus der Gleise.

Umgeben von Hügeln und Hochhäusern, die den Blick von oben ermöglichen, wurde das Dach als fünfte Fassade entwickelt. Während der massive Sockel aus Stahlbeton besteht, ist das Dach eine reine Stahlkonstruktion. Es lastet auf filigranen Kreuzstützen, die in vier Achsen angeordnet sind: Zwei dieser Achsen durchlaufen auch die 84 Meter breite Wartehalle, deren Mitte in einer Spannweite von 42 Metern stützenfrei ist. Hinter der Innenauskleidung aus runden Stablamellen bleibt das Stahlfachwerk sichtbar. Der Sockel ist sowohl in der Halle wie auch auf den Vorplätzen nahtlos mit hellgrauem Shandong-Granit belegt.

Dem subtropischen Klima mit starker Sonneneinstrahlung trägt die Gestaltung durch Dachlamellen und 13,5 Meter hohe kupferne Verschatter an den beiden Eingangsfronten Rechnung. Im Übrigen ist der  Bau mit weißen Aluminiumpaneelen verkleidet. Um die Fußwege so kurz wie möglich zu halten, ist die Wartehalle versetzt zur Mitte des Gebäudes angeordnet. Der Bahnhof wird seit seiner Fertigstellung Schritt für Schritt in Betrieb genommen.

Planungsdaten

Wettbewerb 2011 – 1. Preis
Entwurf:
Meinhard von Gerkan und Stephan Schütz mit Stephan Rewolle
Projektleiterin Wettbewerb: Jiang Lin-Lin
Tragwerksplanung: sbp schlaich bergermann partner
Fassadenberatung: SuP Ingenieure GmbH
Landschaftsarchitektur: gmp & CRDC
Lichtplanung: Conceptlicht & GDIL
Bauherr: China Railway
Fertigstellung: 2018

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 2018-09

Probebühnenzentrum Deutsches Theater, Berlin

Das Deutsche Theater in Berlin hat sein neues Probebühnenzentrum in Betrieb genommen. Der Neubau – von gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner (Wettbewerb 2010, 1. Preis) – fügt sich als...

mehr

gmp gewinnt Wettbewerb um die Schimmhalle Ost in Leipzig

Eine neue Schwimmhalle Ost soll im Stadtteil Neustadt-Neuschönfeld entstehen. Die 3.750 m² große Schwimmhalle wird im 2. Bauabschnitt durch ein zweigeschossiges medizinisches Versorgungszentrum...

mehr

StahlBauKunst

Tag der Stahl.Architektur 2010 am 8. Oktober 2010, Weimar

Am 08. Oktober 2010 wird anlässlich des Deutschen Stahlbautages in Weimar erstmals ein Tag der Stahl.Architektur veranstaltet. Kooperationspartner sind das Bundesministerium für Verkehr, Bau und...

mehr

Architects, not Architecture.

Drei Veransltungen finden in diesem Jahr noch statt: 30. Oktober um 19 Uhr im Tanzhaus NRW, Düsseldorf Teilnehmende Architekten. - Kilian Kada, Partner und geschäftsführender Gesellschafter bei...

mehr

Kathedralen des Sports

Zeitgleich zum Start der UEFA Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine eröffnet in der Akademie der Künste in Berlin die Ausstellung „Choreographie der Massen. Im Sport. Im...

mehr