Stadtraum Hochbahn The High Line in New York, ein Projekt vor dem Abschluss

Während das gefühlte Zentrum Berlins bis heute gesichtslos im Schneewittchensarg verdämmert, hat der Ersatz von Industrie oder Verkehr in den meisten Städten der Welt durch Neuprojekte an diesen Leerstellen für überlebensnotwendige Impulse gesorgt. Ein sehr besonderes Beispiel für letztere Entwicklung ist die ehemalige High Line in New York, über welche seit den Achtziger Jahren keine Bahn mehr fährt. Als left over space mitten im teuersten Baufeld Manhattens entwickelte sich die Hochtrasse zu einem wilden, etwa 2,3 km langen Park im Meatpacking District und Chelsea. Die Stadt hätte die Fläche verkaufen können, doch angesichts mangelnden öffentlichen (Grün) Flächen wurde ein Wettbewerb ausgelobt und 2004 für Diller Scofidio + Renfro sowie die Landschaftsarchitekten Field Operations, beide New York, entschieden. Das Gewinnerteam möchte den besonderen Stadtraum zugänglich, also erlebbar machen, in Teilen bleibt der Wildbewuchs erhalten.

2010 soll die komplette Hochtrasse als Parklandschaft fertiggestellt sein, schon jetzt zeigt sich dessen positive Ausstrahlung auf den Stadtraum, In-Restaurants, Bars und Luxus-Wohnungen entlang des Grünstreifens ziehen die Szene an, das The Standard Hotel (Polshek Partnership Architects), direkt über der High Line, sowie eine geplante Dependance des Whitney Museum of American Art (Renzo Piano Workshop) sind hier nur die herausragenden Beispiele.

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