Schultüren – viele Anforderungen, unzählige Möglichkeiten

Kaum läutet die Pausenglocke, da stürmen die Kinder schon durch den Klassenraum auf den Gang hinaus, die Treppe hinunter und durch die Aula hindurch in Richtung Pausenhof. Dabei passieren sie eine Menge Türen, deren Robustheit und Sicherheit jederzeit und allerorts gewährleistet sein muss. Neben diesen Anforderungen erfüllen Schultüren aber noch weitere wichtige Schutzfunktionen. Abgestimmt auf Architekturkonzept und Einsatzort, stehen hierfür unterschiedliche Designs und Ausstattungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Vier bis fünf Stunden und mehr verbringen Kinder jeden Tag in der Schule – einem Ort, an dem sie Freude haben und sich wohl und sicher fühlen sollen. Zur Sicherheit im Gebäude tragen auch die Türen bei, durch welche die SchülerInnen wie auch das Lehr- und Verwaltungspersonal mehrmals täglich gehen. Neben der Robustheit, Langlebigkeit und den Anforderungen an Brand-, Rauch- und Schallschutz müssen Türen in Schulen auch den gestalterischen Ansprüchen der Planer gerecht werden. Moderne Schultüren bieten idealerweise alle Voraussetzungen, um ein freundliches Erscheinungsbild und ästhetische Aspekte mit den genannten funktionellen Kriterien in Einklang zu bringen.

Richtlinien und Vorgaben

Wichtigste Grundlage für das Planen von Schulen sind die Schulbaurichtlinien (SchulBauR) in Ergänzung der Landesbauordnungen. Weitere Pflichten ergeben sich aus der DIN 18040/1 für Barriere­freies Bauen in öffentlich zugänglichen Gebäuden. Darüber hinaus berücksichtigt werden müssen Anforderungen an den Schallschutz und die jeweils geltenden Umweltrichtlinien. Sicherheitsanforderungen geben zudem die Gesetzlichen Unfallversicherungen (GUV) vor. Im Speziellen geht es hier um die Reduzierung des Verletzungsrisikos an den Türblattkanten durch Quetschen, Stoßen oder Scheren. Wegen der hohen Nutzerfrequenz sollten Schultüren außerdem idealerweise die Beanspruchungsklasse 4 nach DIN EN 1192 erfüllen.

Türen und Zargen in Schulen – ein Überblick

Für die Anwendung im Schulbau stehen viele unterschiedliche Tür- und Zargenlösungen zur Verfügung. Dabei muss jeder Typus stets auf die ­jeweiligen Funktionen und Nutzungen abgestimmt sein und den gestalterischen Ansprüchen entsprechen. In der Regel werden daher in einem einzigen Schulbau gleich mehrere Türblatt- und Zargenvarianten verbaut. Dabei kann man mit nur einem Design im sogenannten Designverbund nahezu alle Funktionen wie Brand-, Rauch- und Schallschutz sowie Einbruchhemmung miteinander kombinieren.

Einsatzbereiche von Türen in Schulen:

Erschließungszonen

In Gängen, Fluren, Treppenhäusern und halb­öffentlichen Bereichen gelten zum Schutz der Kinder und MitarbeiterInnen strenge Sicherheitsvorschriften: Die hier verwendeten Türelemente sind in der Regel Fluchttüren, müssen häufig dauerhaft offen stehen und dennoch den Anforderungen an Brandschutz (T30 oder T90), Rauchschutz sowie Barrierefreiheit entsprechen. Außerdem sollten sie leicht bedienbar sein. Elemente mit großen Lichtausschnitten, wie etwa Massivholz-Rahmentüren, schaffen hier beste Lichtverhältnisse. Insbesondere für Flure eignen sich Nischentüren, da sie platzsparend in der Wand integriert werden können und die gesamte Durchgangsbreite des Ganges gewähren. Zentrale Anlaufstelle für SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern ist das Sekre­tariat, weshalb hier der Schallschutz eine wichtige Rolle spielt. Für diesen Bereich bewährt haben sich schalldämmende Türen mit Lichtausschnitten oder Glasseitenteilen – ideal für ein transparentes und schlichtes Erscheinungsbild.

Lehrbereiche

Auch hier bestehen Anforderungen an Brand- und Rauchschutz, Fluchtwegeignung und Barrierefreiheit. Die DIN 4109 schreibt für Klassenzimmertüren einen Schalldämmwert von mindestens Rw,P = 37 dB vor. Deutlich mehr Komfort bieten Schallschutztüren mit Rw,P = 42 oder 45 dB. Damit die Türelemente den hohen Beanspruchungen im Schulalltag standhalten, empfiehlt sich als Kantenschutz für Türblatt und Holzzarge eine angegossene PU-Kante. Die Klassenraumtüren können mit Oberblende, Oberlicht, das Türblatt mit Lichtausschnitt gestaltet werden. Die Gläser bieten Durchsicht und bringen gleichzeitig Tageslicht in die Flure. Edelstahl-Sockelbleche als Trittschutz schützen die Oberfläche und verleihen der Tür Wertigkeit. Geeignet sind Türen mit Holzfurnier, robustem HPL-Schichtstoff oder hochwertiger Premium-Lackierung.

Sporthallenzugänge

Sportliche Aktivitäten erfordern ein geeignetes Umfeld. Neben Brand-, Rauch- und Schallschutz sowie Fluchtwegeignung sollten Turnhallen­zugänge demnach auf der Innenseite Prallschutz gewährleisten. Spezialtüren bieten hier mit einer Sporthallenzarge eine optimale Einheit. Neben der Robustheit reduzieren die besonderen Geometrien und Ausstattungen der Sporthallentüren Verletzungsgefahren. Zur Sporthallenseite sind die Türen flächenbündig. Auf Wunsch können Türblatt und Zarge für eine bauseitige Prallwandaufdopplung vorgerichtet werden. Lichtausschnitte in den Türen ermöglichen es außerdem, die Vorgänge in der Halle zu beobachten.

Sanitärbereiche und Küche

Je nach Einsatzort müssen die Türen und Zargen kurzfristiger Feuchtigkeitseinwirkung oder sogar lang­anhaltender Nässeeinwirkung standhalten. Auch ­erforderlich ist eine hohe Beständigkeit gegen ­Reinigungsmittel. Geeignet sind demnach nässe­unempfindliche Materialien sowie korrosionsbe­ständige Beschläge, die leicht zu reinigen sind. Bei Nassraumtüren kommen robuste HPL-Schichtstoffe zum Einsatz. Feuchtraumtüren können zudem mit einer hochwertigen Premium-Lackierung versehen werden. Die mit HPL-beschichteten Türen verfügen idealerweise über eine angegossene PU- oder ABS-Kante.

Sicherheit an Kanten und Bändern

Zum Einsatz kommen sollten dreidimensional verstellbare Bänder mit Stiftsicherung, die einen wirkungsvollen Schutz gegen unbefugtes Aushängen der Türen bietet. Türblatt- und Zargenkanten sollten entsprechend den Richtlinien der GUV mit Radien von mindestens 2 mm gerundet ausgeführt werden. Alternativ können gerundete Zargen­varianten gewählt werden, wie etwa die Holzfutterzarge oder die Stahlrundformzarge. Amokschlösser verbessern den Schutz der Kinder und Mitarbeiter. Eine optimale Absicherung besteht jedoch in der Kombination mehrerer Maßnahmen.

Fazit

Vielfältige Funktionsanforderungen und Vorschriften beeinflussen die Wahl der geeigneten Schultür. Hinzu kommen die individuellen Wünsche des Bauherren oder Betreibers und nicht zuletzt die Design-Vorstellungen, die die PlanerInnen mit genannten Kriterien in Einklang bringen müssen.

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