Regionales Holz mit Brandschutzeigenschaften

ForstwissenschaftlerInnen der Universität Göttingen haben gemeinsam mit der Schweizer Firma Archroma, einem globalen Unternehmen für Farb- und Spezialchemikalien, eine neue Methode entwickelt, mit der günstiges und ökologisches Holz aus europäischen Wäldern zu hochqualitativem, feuerfestem Bauholz gemacht werden kann. Bislang ließen sich europäische Nadel- und Laubholzarten entweder so behandeln, dass ihre physikalischen und biologischen Eigenschaften denen von tropischem Hartholz ähneln, oder eine Feuerfestigkeit aufweisen, die jedoch bei wiederholtem Kontakt mit Wasser schwindet. Ersteres Holz kann aufgrund von verschärften Brandschutzbestimmungen in der Regel nicht im Bau als Konstruktions- oder Verkleidungselement eingesetzt werden, letzteres ist nicht für den Einsatz im Außenbereich geeignet. Dies ändert sich nun mit der neuen Methode. Die weltweit größte Forst- und Holzverarbeitungsindustrie in den USA, Kanada und Europa nutzt Nadel- und Laubholz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern oder Plantagen. Entsprechende Holzarten aus lokalem Anbau zeigen jedoch Nachteile wie geringe Pilzresistenz oder geringe Maßhaltigkeit (Dimensionsstabilität) gegenüber tropischen Hölzern, die dafür oft aus nicht nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen und über weite Strecken transportiert werden müssen. WissenschaftlerInnen der Universität Göttingen konnten die Dimensionsstabilität, Wetter- und Wasserbeständigkeit sowie die Resistenz gegenüber holzzerstörenden Pilzen von einheimischen Holzarten bereits verbessern, indem sie über eine Vakuum-Druck-Imprägnierung mit Kondensationsharzen, die bisher nur in der Textilindustrie Anwendung finden, die Holzzellwand modifizieren. Bei erhöhter Temperatur reagieren die Harze mit der Zellulosefaser und bringen im Holz Eigenschaften ähnlich denen von Tropenhölzern hervor. Diese Technologie haben die ForscherInnen nun gemeinsam mit Archroma weiterentwickelt, sodass sie Holz mit den mechanischen Eigenschaften von Tropenhölzern herstellen konnten, das außerdem auch im Außenbereich langfristig feuerfest ist.

www.uni-goettingen.de
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