Nürnberg: Pellerhaus verkleiden?

„Häuser sind Im-Mobilien, die man – anders als im Anker-Steinbaukasten oder Architektur 3D-Programm – nicht nach Belieben austauschen kann.“ So im März 2019 die aus Architekten und Ingenieuren gebildete „Initiative ProPellerHaus“. Dass sie damit einen frommen Wunsch äußerte, wissen wir alle, denn natürlich kann man Häuser austauschen, Berlin, Frankfurt a. M. oder jede andere große deutsche Stadt hat das in der Vergangenheit gemacht.

Anlass der Anmerkung innerhalb des Aufrufs „Finger weg vom Pellerhaus“ ist die Absicht der „Altstadtfreunde Nürnberg e. V.“, die bereits beinahe abgeschlossene Rekonstruktion des rückwärtigen Arkadenhofs nun um die Rekonstruktion des Vorderhauses oder doch zumindest der Fassade zu vervollständigen. Nun steht der Neubau der Architekten Fritz und Walter Mayer von 1957 allerdings unter Denkmalschutz und gilt landläufig als Musterbeispiel für eine Weiterschreibung der Baugeschichte mit zeitgemäßen Mitteln. Anders als das Technische Rathaus in Frankfurt a. M., dessen extreme Dominanz im Herzen einer von Hochhaustürmen gefassten Altstadt den Reflex der Abrissrufer verständlicherweise leicht anregen konnte, bildet das Pellerhaus sehr nobel den Stadtraum zum Platz und fügt sich behutsam und durchaus funktional in die historische Parzellenstruktur.

Jetzt aber die Altstadtfreunde, die wollen das Mayerhaus mit dem Fassadenbild des Pellerhauses verhängen. Um so anschaulich werden zu lassen, was den Nürnbergern verloren gegangen ist. Bauverwaltung und Rat sind – noch – dagegen und vielleicht fürchten sie auch um die suggestive Kraft solcher Fassadentapeten, in Berlin hat eine solche einen Abriss und den Neubau des Alten provoziert. Im Mayerhaus ist übrigens die „Sammlung des Deutschen Spielearchivs“ untergebracht mit einer Sammlung von über 30 000 Spielen. Be. K.

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