Goldener Pilz aus Sperrholzstreifen
Temporärer Forschungspavillon der Universität Stuttgart

Er steht ein bisschen verloren da – umzingelt von einem italienischen Restaurant auf der einen, einer viel befahrenen Straße auf der anderen Seite und zwei Hoch­haustürmen. Der temporäre Forschungspavillon auf dem Campus der Universität Stuttgart ist ein goldenfarbiger Pilz aus Sperrholzstreifen. Entworfen und umgesetzt vom ICD (Institut für Computerbasiertes Entwerfen) und ITKE (Institut für Tragkons­truktionen und Konstruktives Entwerfen) zeigt der komplexe Holzbau aus 500 geometrisch unterschiedlichen Teilen die neuesten Entwicklungen der Institute in der Tragwerkskonstruktion.

80 verleimte, zehn Meter lange und 6,5 mm starke Holzstreifen geben dem Pavillon seine Gestalt. Übereinander gewölbt und ineinander verschränkt bilden sie ein sich selbst tragen­des, selbst aussteifendes wie gleichwohl elastisches System. Der Pavillon wurde anlässlich des Sommerfestes der Architekturfakultät im Juli an der Keplerstraße errichtet. Ursprünglich sollte er nur bis in den Spätherbst bleiben, jetzt steht er mindestens bis in den März 2011 hinein auf dem Vorplatz des Uni-Komplexes. So besteht die Möglichkeit, das Material und die Leimverbindungen unter extremeren Witterungsbedingungen zu testen. Der Pavillon ist frei zugänglich, das Projekt wird über Schautafeln erläutert. Rüdiger Sinn, Stuttgart

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