Françoise-Hélène Jourda (1955-2015)

Geboren in Lyon am 26. November 1955, verstarb Françoise-Hélène Jourda am 31. Mai 2015 in Paris. Die französische Architektin, deren Büro Jourda Architectes in den letzten Jahren aus dem Fokus der Fachmedien geraten ist, war dennoch bis zum Schluss präsent. Nicht im Medienrummel, eher am Rande der Architekturwahrnehmung, aber mitten drin im Engagement für ein neues, ein sozial verantwortliches Architekturbusiness.

In Deutschland ist Jourda vor allem bekannt geworden durch die Akademie Mont-Cenis in Herne, die sie 1993 mit Gilles Perraudin (Jourda et Perraudin, Lyon) realisierte. Mikroklimahülle kombiniert mit Photovoltaik waren damals revolutionär und machten den Bau zu einem Statement, das viele Architekten bis heute beeinflusst.

Vielfach ausgezeichnet hat sich Françoise-Hélène Jourda immer wieder zum Thema Nachhaltigkeit und Verantwortung geäußert, Teile ihrer Texte findet man auf ihrer Website. Dass sie so früh gegangen ist, darf nicht verhindern, das Thema Menschlichkeit und Verantwortung der Architekten gegenüber der Welt sehr ernsthaft anzugehen. Mit ihrem Tod allerdings hat zumindest die europäische Architekturwelt eine wichtige Stimme in diesem Diskurs verloren. Be. K.

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