Erweiterungsbau für Museum Küppersmühle, Duisburg

Einst Umschlagplatz für Kohle, Holz und Getreide, ist der Duisburger Innenhafen heute ein Mischgebiet aus Wohnen und Arbeiten, Kultur und Freizeit. Eines der markantesten Gebäude ist die Küppersmühle, die 1999 nach Entwürfen des Basler Architekturbüros Herzog & de Meuron zum Ausstellungsgebäude umgestaltet wurde. Heute beherbergt dieses denkmalgeschützte Gebäude hinter seiner historischen Backsteinfassade eine der umfangreichsten und renommiertesten Sammlungen deutscher Gegenwartskunst. In diesem Jahr haben sie das Museum durch einen Neubau um weitere 2 500 m², verteilt auf vier oberirdischen Geschossen und einem Untergeschoss, baulich ergänzt. Die ursprüngliche Idee, einen Leuchtkubus aus Stahl auf das Dach der Silos zu heben, musste 2008 verworfen werden. Bei der neuen Entwurfsplanung fünf Jahre später orientierten sich die Architekten an dem Bestand und an den Baudenkmälern des ­Innenhafens. Die Stahlsilos blieben allerdings Teil des Entwurfs – auch weil sie ein wichtiger Bestandteil der Küppersmühle als Industriedenkmal sind. In ihrer neuen Funktion als Erschließungselement verbinden sie die bestehenden mit den neuen Ausstellungsräumen über Brücken im ersten und zweiten Obergeschoss. Darüber hinaus ließen die Architekten sechs Innensilos herausnehmen und öffneten die Decke über dem Erdgeschoss. Die entstandene Ausstellungsfläche bietet dem Besucher ein spektakuläres Raumerlebnis. Über das Haupttreppenhaus, das als gewendelte Sichtbeton-Treppe aus rot gefärbtem Beton an das bestehende Treppenhaus anknüpft, kann der Museumsrundgang anschließend fortgesetzt werden. In Materialwahl, Proportion und Fassadengliederung schmiegt sich der neue Baukörper, bestehend aus drei unterschiedlich hohen Teilen, sanft an die Rückfront des Bestandgebäudes an.

Projektdaten

Architektur: Herzog & de Meuron, Basel/CH, www.herzogdemeuron.com

Fertigstellung: 2021

Hersteller: GIMA Girnghuber GmbH, www.gima-ziegel.de

Produkt: Klinker Breno FKS, 280/115/144 mm

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