Erweiterungsbau Küppersmühle in Duisburg gestrichen www.museum-kueppersmuehle.de, www.herzogdemeuron.com

Rund 15 Jahre ist es her, als die Stadt Duisburg für ihren Binnenhafen eine neue Zukunft suchte; und im Masterplan von Foster Partners, London, offenbar fand. Der umfasste im Wesentlichen den Um- und Neubau an Süd- und Nordufer. Angestrebte Nutzungen waren Wohnen und Büro, hinzu kamen Kulturbauten, so auch das von Herzog & de Meuron geplante Museum Küppersmühle für Moderne Kunst.

Ganz am Ende des langgestreckten Bassins steht das MKM, kurz vor der hochgestellten A59. Der schöne Klinkerbau bietet eindrucksvolle wie zweckmäßig schöne Tages­licht­räume für Großformatiges. Durch eine Sammlungs- und Hausmachtübernahme 2005 genötigt die jetzt erheblich größere Sammlung mehr Platz. Den schufen die Architekten über eine Erweiterung, kippelig wie klotzig auf den betonverstärkten Silos, die im Bündel an den Klinkerbau gestellt stehen.

Wie kippelig das Projekt war ist noch nicht entschieden, in jedem Fall ist es zuende. Zwar sind die Stahlsilos und ihr Fundament so weit ertüchtigt, dass sie etwa 1 400 t Last hätten tragen können, zwar schwebt seit Jahren das Gerippe des Quaders über dem ehemaligen Museumsparkplatz. Doch man hat den Stahlbau schlecht gemacht. Fehlerhaft, schließ­lich ruinös. Er soll jetzt abgewrackt werden.

40 Mio. € in den Sand gesetzt? Wieso nutzt man nicht die Stahlstruktur für eine bodennahe Erweiterung? Die Sammler könnten ein Zeichen setzen, die Architekten könnten beweisen, dass sie aus dem Gegebenen das Meiste machen. Noch ist Zeit. Wer die Raumskulptur gesehen hat, kann sich nichts Großartigeres vorstellen, als hier die Kunst zu zeigen, die nicht von gestern sondern von heute ist. Sind das die Architekten aber auch?! Los jetzt, HdeM! Be. K.

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