Erweiterung der Fondation Beyerler-Sammlung durch Peter Zumthor

Mehr Spiel und Spaß und Liebe zur Architektur? Eigentlich wollte man erst im Herbst dieses Jahres den Vorhang lüften, nun kam Anfang Mai bereits die Meldung mit den aktuellen Bildern aus dem Atelier Peter Zumthor. Die Architekten aus dem Schweizer Haldenstein hatten sich in einem „Studienauftrag“ genannten Wettbewerb gegen elf internationale Büros Ende September 2016 durchgesetzt.

Der 1997 nach Plänen von Renzo Piano entstandene Museumsbau für die Sammlung der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel soll, so die Stiftung, deutlich entlastet werden. Weiter ist zu lesen, dass „ein Museum des 21. Jahrhunderts nicht mehr nur ein Ort für Objekte ist, sondern auch für Menschen. Es ist ein sozialer Raum, in dem alleine oder gemeinsam mit anderen Erfahrungen gemacht werden können. Menschen kommen ins Museum, um sich zu bilden, zu unterhalten, zu erholen, sich zu treffen und auszutauschen. [...] Im Museumsbau von Renzo Piano exis-tieren dafür jedoch keine geeigneten Räume, weshalb Veranstaltungen und Anlässe in den Ausstellungsräumen durchgeführt werden müssen.“

Hier wird ganz unverholen dem Trend nachgegeben, ein auch noch so erfolgreiches Museum für die Zukunft in der Weise fit zu machen, indem über den reinen Bildungsanspruch und das Bildungserlebnis hinaus eben auch Erholung, Spiel und Spaß angeboten werden müssen. Das Betrachten eines Monets, einer Giacometti-Skulptur reichen da wohl nicht mehr aus. Oder wie sagt Peter Zumthor zu seiner Konzeption der Erweiterung und bezogen auf das dritte Element, den Gartenpavillon: Er sei „ein Ort für Künstlergespräche, Filmvorführungen, Konzerte, Vorträge, Vernissagen etc., aber auch ein Ort zum Ausruhen, Reden und Lesen.“ Momente im Leben, die man im Altneubau Pianos ebenfalls sehr intensiv erleben konnte.

„Ich versuche Gebäude zu bauen, die geliebt werden“, so Zumthor im Rahmen der aktuellen Projektpräsentation. Das „Haus für die Kunst“ wird 1 500 m² neue Ausstellungsfläche bieten (der Altbau hat etwa das Doppelte), hier sollen die Wechselausstellungen stattfinden, die aus dem Bestandgebäude von 1997 herausgenommen werden. Das Erweiterungsprojekt ist privat finanziert, für Grunderwerb, Neubauten, Unterhalt und Personal sind 100 Mio. Schweizer Franken angesetzt. Noch hat man diese Summe nicht beisammen. Wenn dann auch noch die Bau-

genehmigungen erteilt sind, könnte das Projekt Mitte 2018 starten; frühestens. Be. K.

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