Endet viel zu früh

Seit der Renaissance ist die Melancholie – ursprünglich ein Aspekt körperlichen Verfasstseins, der sich physisch darstellen lässt – eine metaphysische Angelegenheit. Und von daher, so der Autor des hier besprochenen Buches, auch irgendwann in der Architekturrezeption wirksam. Was aber hat Melancholie, dieser süße bis krankhafte Gemütszustand, mit dem Bauen zu tun? Und was mit Aldo Rossi?

Eine ganze Menge. Denn das, was der Autor am Beispiel Aldo Rossis analytisch vollzieht, hier insbesondere – und kaum überraschend – in der tiefen Analyse von dessen Friedhof San Cataldo in Modena, überführt er in die Schaffung der neu umrissenen Kategorie „Melancholie“ in Rossis Werk und seiner Rezeption. Und blättert so in elegantem Sprachstil einen wichtigen Teil europäischer Architekturgeschichte auf. Dass das alles sehr fein gestaltet und produziert ist, macht die Reise zu einer, die viel zu früh (auf Seite 226) endet. Be. K.

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