Dingezustände

„Die Essenz der Dinge“ sucht nach den Motiven der Reduktion, auch im Design, aber auch ganz allgemein. Eine Kernfrage hierbei lautet: Warum besteht in so vielen natürlichen Lebensprozessen der Hang zur Reduktion? Oder ist die Konzentration auf ein Wesentliches weniger ein nettes Hobby, mehr eine überlebensnotwendige Voraussetzung?

Die Autoren gehen auf meist philosophisch geprägten Gedankenpfaden durch Themenfelder wie Verdichtung, Leichtigkeit, Inspiration oder Logistik und beziehen sich damit auf Entwicklung, Herstellung oder Vertrieb von Dingen, denen eine Form mitgegeben wurde, die wohldurchdacht zu sein scheint. Es werden Bezüge zur Kunst wie zum alltäglichen Dasein gezogen, doch niemals kommt die Frage auf, welche Dinge denn nun wirklich die unverzichtbaren sind (dass ein Eierkarton nicht mehr zu verbessern ist, ist nachvollziehbar, die Frage bleibt: Brauchen wir ein solches Transportgefäß überhaupt?).

„Die Essenz der Dinge“ meint hier also weniger essentielle Dinge, sondern den Dingezustand, der noch so gerade das Ding am Leben hält. Hinter dem Minimalen gibt es das Ding nicht mehr. Gut also, in diesem Autorendiskurs vielen vielen schönen Dingen wiederzubegegnen, ihre Essenz allerdings erschließt sich auch nach der Lektüre der gut geschriebenen Essays nicht unbedingt.


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