Bund deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure

Was plant der BDB für seine Mitglieder, um die Verzahnung der am Bau beteiligten Fachdisziplinen zu unterstützen und zu fördern?

BDB: Eine zentrale Aufgabe des BDB ist, gemeinsam mit seinen Mitgliedern das Planen und Bauen der Zukunft aktiv mitzugestalten. Unsere Herausforderungen: Den CO2-Ausstoß im Gebäudebereich rasch und dauerhaft zu senken, unsere Lebensräume klimaresilient zu gestalten, mit frischen Ideen den Wohnungsmangel im Land zu beseitigen, die Wiederbelebung der Innenstädte anzugehen und die Vernetzung von Quartier, Stadt und Land voranzutreiben. All dies muss einhergehen mit der breiten Nutzung digitaler Planungs-, Kommunikations- und Monitoring-Methoden.

Wir haben das nötige Wissen, jedoch nach wie vor ein Handlungsproblem. Hinzu kommt: Nur gemeinsam werden Planende aller Disziplinen, Politik, Wirtschaft und die BauherrInnen entscheidend vorankommen!

Das Besondere am BDB war schon immer, dass er nicht nur ArchitektInnen und IngenieurInnen vereint, sondern auch StadtplanerInnen, VermesseringenieurInnen, TragwerksplanerInnen und StudentInnen dieser Disziplinen. Es ist unser Ziel, sie alle noch besser zu verknüpfen, um mit ihnen gemeinsam neue Lösungen zu entwickeln und Standards zu setzen. Diese müssen im Bemühen um mehr Nachhaltigkeit und im Sinne einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft z. B. darauf abzielen, der Nutzung alternativer, recyclebarer oder bereits recycelter Baustoffe ganz selbstverständlich den Vorrang zu geben. Damit dies nicht nur beispielhaft, sondern in der Breite funktioniert, muss hier interdisziplinär gedacht werden. Vom Entwurf über das Tragwerk eines Einzelbauwerks bis hin zum ausgeklügelt geplanten Quartier muss jede Fachdisziplin von Beginn an einbezogen werden.

Diese Notwendigkeit bringt der BDB seinen Mitgliedern in leicht zugänglichen, vor allem digital aktiven Arbeitsgruppen näher. In Fortbildungsangeboten und auf Verbandsveranstaltungen wie dem „BDB Dialog“ wird der Austausch zwischen den Fachrichtungen vertieft. Mit der BDB Akademie wurde erst kürzlich ein interdisziplinär ausgerichtetes Online-Angebot gestartet, das mit unterschiedlichen Schwerpunkten junge PlanerInnen in den fachlichen Austausch holt.

Aber auch Politik und Gesetzgeber sind auf­gefordert zu handeln. PlanerInnen brauchen ­baurechtliche Klarheit, um die Herausforderungen anzugehen. Neben Vorgaben, z. B. für die verpflichtende Verwendung klimagerechter Baumaterialien und Anlagen überall dort, wo es möglich ist, muss es steuerliche Anreize und Förderungen geben. Die Schaffung eines eigenständigen Bundesbauministeriums ist zudem ein guter Anfang, um die Expertise aller am Planen und Bauen Beteiligten zu bündeln. Der BDB steht mit seinen Mitgliedern für interdisziplinäres Denken und Handeln, dies muss in all unserem Wirken unser baukultureller Anspruch sein.

BDB-Präsident Christoph Schild, BDB Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure e.V.
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