Bemerkenswert aufgeräumt

„Uwe Schröder – Bonn“, das klingt wie die Abmoderation aus Zeiten, in denen Bonn noch eine internationale Bedeutung hatte. Lange her? Uwe Schröder, Bonner und Architekt – ein offenbar belesen gebildeter Sucher nach einer Ordnung im Raum und zwischen den Räumen, die in ihrer Radikalität, fast wollte man schreiben „Sturheit“ an Oswalt Mathias Ungers erinnert – hat ein sehr eigenes Werk geschaffen, nicht nur in Bonn. Die exakt austarierten Flächen- und Grundrissproportionen seiner meist Villen zu nennenden Bauten beeindrucken in ihrer radikalen, bis ins Detail durchgehaltenen Realisierung.

Solche Architektur zu dokumentieren braucht einen exzellenten Satz, professionelle Fotografie und Zeichnungen: Schwarzpläne, Grundrisse, Schnitte. Das wird uns mit knappen Texten in der wie immer anspruchsvoll gemachten „De aedibus“-Reihe des Quart-Verlags geliefert. Dass die Publikation auch das schriftliche Werk des Architekten sowie die schriftlichen Reflexe über seine Arbeiten im Anhang listet, dass sie ein Werkverzeichnis enthält und die Daten über Ausstellungen, Auszeichnungen präsentiert, unterstreicht den Anspruch von Architekt und Verlag, hier den ganzen „Uwe Schröder – Bonn“ vor Augen zu bringen. Eine bemerkenswert aufgeräumte Publikation, die das „Unzeitgemäße“ der Arbeit (so der Verleger im Vorwort) kongenial widerspiegelt. Und auch eine Kühle in allem, die durchaus beunruhigend auf den Betrachter wirkt. Be. K.

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