Abenteuerroman

Als ein Handbuch zum Planen und Bauen an Flüssen versteht sich die Publikation, ein dicker, nichtsdestotrotz übersichtlicher Wälzer voller Fragen und Antworten, inspirierend und praxisorientiert zugleich. Inhaltlich knüpft es an das Projekt „Stadträume am Rhein“ an, das die Montag Stiftung Urbane Räume gemeinsam mit der Regionale 2010 (Köln/Bonn) gestaltet hat. Es zeigt anhand von eher theoretischen, aber auch praxisnahen Überlegungen auf, welchen Stellenwert die Flüsse als auch urbane Gestaltungsräume in Europa haben. Gegliedert in drei Kapitel (Stromlagen Rhein, Stromlagen Köln/Bonn und Stromlagen Eu-ropa) analysiert das Autorenteam mit Unterstützung zahlreicher Workshopergebnisse den Bestand, die Potentiale, und macht schon mal den einen oder andere Vorschlag für effektive wie zugleich angemesse Interventionen. Die daran anschließende Sammlung von 82 internationalen Best-Practice Beispielen erlaubt dem Leser das Vorhergesagte auf seine Bedeutung hin zu überprüfen und der eigenen Anschauung einen weiteren Horizont zu vermitteln; beziehungsweise konkrete Lösungsansätze für den Planungsalltag am Fluss zu bieten. Dass hierbei auch einige recht umstrittene Projekte, meist aus der Hand so genannter Stararchitekten, zum Zuge kommen, irritiert ein wenig, unter „Best Practice“ muss man sich etwas anderes vorstellen dürfen, als vordergründig innovative Investorenarchitektur.

Der Überblick jedoch ist anschaulich dargestellt, die einzelnen Projekte aus Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Bordeaux oder Basel werden in kurzen Kapiteln gut verdaulich und handhabbar präsentiert, und nicht zuletzt in ein Layout gefasst, das das Lesen dieser Dokumentation dann auch zu einem vergnüglichen Abenteuerroman über den Lebensraum Flusslandschaft macht. Und zwar den vielbesprochenen und städtisch wertvollen, wie auch den entlang von Uferstreifen außerhalb der Agglomerationen. Die designpreis-ausgezeichnete Arbeit endet mit einem Verzeichnis der Flussnamen und relevanter Stichworte etc.

Stromlagen, Urbane Flusslandschaften gestalten. Christoph Hölzer, Tobias Hundt, Carolin Lüke, Oliver G. Hamm. Hrsg. v. Montag Stiftung Urbane Räume und Regionale 2010. Birkhäuser, Basel 2008, 575 S., 400 Farbabb. 49,90 €, ISBN 978-3-7643-8828-7

x

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 06/2025

Club, Basel/CH

Der Kultstatus des in Basel und darüber hinaus bekannten Konzertclubs „Kuppel“ reichte von den späten 1980er-Jahren bis 2016. Dann sollte die provisorische Zeltkonstruktion am...

mehr
Ausgabe 02/2019 Lebendiger Beton

Genossenschaftshaus Stadt­erle, Basel/CH

Genossenschaftshaus_Stadterle_Rory_Gardiner

Basel bildet die Schweizer Spitze des Dreiländerecks Schweiz-Frankreich-Deutschland, die Grenzlage brachte in der Vergangenheit zahlreiche Besonderheiten mit sich. So besaß allein Deutschland drei...

mehr
Ausgabe Hotel/2021

Hotel im Volkshaus, Basel/CH

Volkshaus Basel herzog de meuron

Anfang des 19. Jahrhunderts entstand das Volkshaus Basel in der Rebgasse, in dem politische, soziale und kulturelle Aktivitäten stattfanden. Im Laufe der Zeit wurden Veranstaltungsräume, eine...

mehr
Ausgabe 04/2023 Flexibel wohnen in Gemeinschaft

Wohnhaus Abakus Basel/CH

An sich wohne man hier mit weniger als 30?m2 pro Person weit unterhalb des durchschnittlichen Raumbedarfs, so Architekt Claudio Meletta über das Gebäude in Basel mit dem Projektnamen Abakus....

mehr
Ausgabe 09/2024

Kunstraum Dreispitz Areal, Basel/CH

„Die Devise lautet: öffnen, entdecken, vereinen, transformieren.“ So die Christoph-Merian-Stiftung CMS, eine öffentlich-rechtliche Stiftung im Besitz der Stadt Basel, die sich mit dieser...

mehr