Alsterschwimmhalle, Hamburg
Die Alsterschwimmhalle in Hamburg wurde zwischen 2020 und 2023 umfassend saniert und erweitert. Dabei galt es, die Architektur zu bewahren und die heutigen Anforderungen an Energieeffizienz und Sicherheit zu berücksichtigen. Zugleich wurde das alte Nebengebäude durch einen modernen Neubau ersetzt, in dem sich nun ein neues 25-Meter-Schwimmbecken und ein Kursbecken befinden. Insgesamt wird die bisherige Wasserfläche um rund ein Viertel erweitert. Im Mittelpunkt der Maßnahme stand die markante Dachkonstruktion in Form eines doppelten hyperbolischen Paraboloids, der lediglich auf drei Punkten aufliegt. Mit einer Dachneigung von bis zu 37 ° und einer nur 8 cm starken Betonschale verlangte die Konstruktion höchste Präzision in Planung und Ausführung. Aufgrund der filigranen Dachstruktur kam eine herkömmliche mechanische Befestigung der Dachdämmung nicht infrage. Die Wahl fiel daher auf die Dämmstoffplatten Foamglas T3+ und Foamglas T4+. Diese kamen auf der Dachfläche sowie an der Attika und in speziellen Anwendungsbereichen unter dem Schwimmbecken zum Einsatz. Insgesamt kamen 6 175 m2 Dämmplatten in verschiedenen Bereichen des Baus zum Einsatz: Auf dem Hauptdach wurden 4 400 m2 Foamglas T3+ mit einer Dicke von 10cm verbaut sowie weitere 400 m2 an der Attika. Unter dem Schwimmbecken wurde Foamglas T4+ auf 635 m2 Fläche mit einer Dicke von 7 cm als lastabtragende Wärmedämmung eingesetzt. Zusätzlich dazu wurden 540 m2 der Saunaterrassen und 200 m2 der Innenfläche mit Foamglas T3+ ausgestattet – erstere in Form einer Gefälledämmung mit einer mittleren Stärke und Dicke von 17 cm und letztere mit einer Dicke von 10 cm. Durch die kompakte Plattengröße von 600 x 450 mm ließ sich das Material effizient verarbeiten. Mit einem Nennwert von 0,036 W/(mK) bei T3+ sowie einem Nennwert von 0,041 W/(mK) bei T4+ tragen die Dämmplatten direkt zur Reduzierung des Heizbedarfs bei. Dies verbessert die Energieeffizienz und senkt langfristig die Betriebskosten der Schwimmhalle. Die Dämmplatten kommen mit einer deklarierten Druckfestigkeit von größer oder gleich 500 kPa bei T3+ und größer oder gleich 600 kPa bei T4+. Die geschlossene Zellstruktur der Dämmung macht das Material vollständig wasser- und dampfdicht. Die eingesetzten Dämmplatten sind in die Baustoffklasse A1 nach DIN EN 13501-1 eingestuft und somit nicht brennbar. Selbst im Brandfall entwickeln sie keine Rauchgase oder toxischen Dämpfe. Die eingesetzten Dämmstoffe bestehen zu einem hohen Anteil aus recyceltem Glas und sind mit dem Umweltgütesiegel natureplus zertifiziert und weisen eine Lebensdauer von über 100 Jahren (gemäß EPD-PCE-20200300-IBB1-EN, veröffentlicht vom IBU) auf. In Kombination mit dem verbesserten Wärmeschutz unterstützt die Dämmung die Zielsetzung der Active-City-Strategie der Stadt Hamburg und der Neubau mit dem 25-Meter-Becken erfüllt die Anforderungen des KfW-40-Standards.
Projektdaten
Architektur: gmp Architekten von Gerkan,
Marg und Partner, www.gmp.de
Fertigstellung: 2023
Hersteller: Foamglas, www.foamglas.de
Produkte: Foamglas T3+ und T4+
