Spektakuläre Kultur-Investition

Geplanter Erweiterungsbau für das MKM in Duisburg von Herzog & de Meuron

Die Baseler Architekten Herzog & de Meuron werden den Erweiterungsbau des MKM, Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, realisieren. 22 neue Räume mit rund 2.000m² Ausstellungsfläche sollen entstehen, der Baubeginn ist für Frühjahr 2009 geplant, die Fertigstellung soll im Rahmen des Programms zur Kulturhauptstadt Ruhr2010 erfolgen. Finanziell ermöglicht wird das Vorhaben durch den Zusammenschluss privater und öffentlicher Zuwendungsgeber: das Land Nordrhein-Westfalen, das Unternehmen Evonik Industries, die Sammler Sylvia und Ulrich Ströher sowie die Stiftung für Kunst und Kultur e.V. Bonn. Das Gesamtvolumen beträgt 30 Millionen Euro. Bauherr ist die Duisburger Gemeinnützige Baugesellschaft AG GEBAG. 

Herzog & de Meuron, die bereits in den 1990er Jahren die ehemalige Küppersmühle zum Museum für Moderne Kunst umbauten, begegnen der weitgehend historisch belassenen Backstein-Architektur des MKM mit einem konträr gestalteten neuen Baukörper. Der Erweiterungsbau hat die schlichte, reduzierte Form eines Quaders und inszeniert den Antagonismus von Schwere und Leichtigkeit. Der monumentale Baukörper "schwebt" in 36m Höhe teilweise frei über dem Boden. Eine zweite, äußere Fassade umschließt als transparente Hülle den inneren Baukörper, dessen Fensteröffnungen gezielte Ein- und Ausblicke ermöglichen. Der Bau wird als weithin sichtbares Wahrzeichen das Duisburger Stadtbild nachhaltig prägen. 

Durch den Erweiterungsbau wird es möglichn, die umfangreiche Sammlung deutscher Nachkriegskunst des MKM - die Sammlung Ströher, die derzeit nur in Auszügen im MKM gezeigt werden kann, - künftig angemessen im größeren Zusammenhang zu präsentieren. Mehr als die doppelte Anzahl an Werken (bislang: rund 100-120 Werke in 15 Räumen) kann künftig gezeigt werden. Der Besucher erlebt einen Gang durch 60 Jahre Kunstgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Mit dem Erweiterungsbau soll in Duisburg ein Zentrum für deutsche Kunst nach 1945 zu etabliert werden.

Internet: www.museumkueppersmuehle.de

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