Der Umbau, Mies, Grün und Bonatz

Ausblick auf das DAM 2010

Das Deutsche Architekturmuseum wird vom 15. März 2010 an bis voraussichtlich Ende Oktober 2010 für den Besucherverkehr geschlossen bleiben. Das Haus am Schaumainkai, das in diesem Jahr sein 25jähriges Jubiläum feiern konnte, wird insbesondere in Sachen Brandschutz und Sicherheitstechnik auf den neusten Stand gebracht.

Das Deutsche Architekturmuseum ist bestrebt, während der Umbauzeit den Ausstellungs- und Veranstaltungsbetrieb an ausgewählten Gastorten weiter aufrecht zu erhalten. So wird etwa in Kooperation mit dem Palmengarten, Frankfurt am Main die Ausstellung “Stadt-Grün. Europäische Landschaftsarchitektur für das 21. Jahrhundert” konzipiert. Die Ausstellung, die im Gesellschaftshaus des Palmengartens zu sehen sein wird, fokussiert das wachsende Bedürfnis nach innerstädtischem Grün und stellt über 28 europäische Projekte zeitgenössischer Landschaftsarchitekten vor. (Palmengarten, Frankfurt/ Main, 20. Mai bis 22. August 2010)

Etwas weiter entfernt,auf Zeche Zollverein Essen, zeigt das DAM in Kooperation mit dem M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW anlässlich der Europäischen Kulturhauptstadt Essen 2010 die Ausstellung “European Union Prize for Contemporary Architecture - Mies van der Rohe Award 2009”. Der bisher einzige europäische Architekturpreis wird alle zwei Jahre von der Fundacio Mies van der Rohe, Barcelona vergeben, das DAM ist im Steering Committee vertreten. Neben dem Preisträger 2009, der Norwegischen Oper in Oslo von Snøhetta Architects, werden alle weiteren 40 Projekte der Endauswahl gezeigt. (Zeche Zollverein, Essen, ehem. Trichterhalle, 21. März bis 22. April 2010)

Der Betrieb der Museumspädagogik wird auch während der Umbauzeit weitergehen. In Kooperation mit dem benachbarten Museum für Kommunikation, Frankfurt am Main werden eine Reihe von Workshops für Kinder und Jugendliche angeboten.

Zur Wiedereröffnung des Hauses am Schaumainkai im November präsentiert das Deutsche Architekturmuseum zwei wichtige Highlights: Der Preisträger des 4. Internationalen Hochhaus Preises (IHP) wird im November 2010 in der Frankfurter Paulskirche bekanntgegeben und zusammen mit den anderen Finalisten und weiteren nominierten Projekten in einer gleichnamigen Ausstellung präsentiert. Die Auszeichnung, die 2008 an den Briten Lord Norman Foster für sein New Yorker Hearst-Building und 2006 an den Franzosen Jean Nouvel für den Torre Agbar in Barcelona ging, zählt mitlerweile mit zu den renommiertesten Architekturpreisen. (Ausstellung im 3. Obergeschoss, Haus-im-Haus, bis Januar 2011).

Die bisher erste Retrospektive zu Paul Bonatz (1877-1956) nimmt das Werk eines Architekten in den Fokus, dessen konservative, in der Kritik als reaktionär verschrieene Position in der Geschichtsschreibung der Moderne bisher deutlich unterschätzt wurde. Sein 1912 errichteter Bau des Stuttgarter Hauptbahnhofes ist in den letzten Jahren wegen des geplanten Teilabrisses in die Schlagzeilen geraten und verleiht der Ausstellung damit zusätzliche Aktualität. (Ausstellung im Erdgeschoss, 4. Dezember 2010 bis Mitte Februar 2011).

Internet: www.dam-online.de

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