Badeort und Fischerei

KCAP reichen Masterplanung für den Umbau von Scheveningen ebendort ein

Das niederländische Scheveningen, ein Vorort von Den Haag ist wunderbar langgestreckt am Meer gelegen und lebt tatsächlich immer schon und bis heute vom Fischfang. Was man nicht meinen sollte, denn schließlich ist das alte Städtchen seit rund 150 Jahren ein Ausflugsziel für alle Sonnenanbeter, Schwimmer und Wassersportler. Die längst nicht mehr nur aus Den Haag kommen.

Ob der Fischerort allerdings seine Zukunft im Fischfang alleine begründen kann, steht angesichts der allgemeinen Rationalisierung in diesem Gewerbe wie auch der Überfischung, der drückenden Konkurrenz und anderer Umwägbarkeiten zumindest in den Sternen. Grund genug, das zweite Standbein, den Tourismus zu stärken durch Ausbau und Aktualisierung des teils in die Jahre gekommenen Materials.

Die Gemeinde sucht also nach städteplanerischen Lösungen, zu denen nun der aktuell eingereichte Entwurf von KCAP Architects&Planners einen wesentlichen Beitrag geliefert hat. Der Entwurf soll, in Verbindung mit einer Überplanung der Fischereiinfrastruktur, das rund 8,8 ha große Areal im Süden Scheveningens und nördlich des Fischereihafens mit einen gemischten Programm neu ordnen und beleben.

Das Areal besteht aus zwei Teilen: einmal dem Fischereihafen mit seiner Infrastruktur, dann der Boulevard auf der Seeseite mit einem weiten Angebot für Touristen. Wesentlicher Kern des Entwurfs von KCAP ist eine Konzentration der Fischereiindustrie bei deren gleichzeitigem Ausbau. Das soll die Wettbewerbsfähigkeit der wichtigen Fischerei vor Ort stärken. Zugleich wird der Entwurf die Attraktivität von Scheveningen als Ausflugsort steigern, den seit Jahren anhaltenden Rückgang der Touristen umkehren (noch immmer gibt es für das mittlerweile gesperrte Pier keinen Investor!).

Ergänzend zu dem neuen Boulevard als erstem Baustein einer Verjüngung des Ortes durch den spanischen architekten De Solà-Morales, soll eine neue Düne gebaut wie zugleich eine neue Promenade auf dem obersten Deck einer Parkgarage, von welcher aus der Strand und das Meer zu überblicken sind. Entlang der Promenade wird ein neues Hotel stehen, ein Appartemt-Komplex mit Pavillons und Terrassen sowie in nächster Zukunft eine Indoor-Sporthalle. Alles über die Fischerei und die Nordsee kann der erleben, der sich ins Informationszentrum 'FISH' begibt.

Der städtebauliche Entwurf von KCAP, mit Kees Christiaanse an der Spitze, soll sein einen Basis, auf welcher später dann verschiedene Büros ihre baulichen Visionen ausarbeiten; KCAP wird hier das Hotel übernehmen wie das Fisch- und Fischereiprojekt (Bauherr ist hier die United Fish Auctions (UFA)). Be. K.

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