DAM mit neuer Dauerausstellung
17.08.2026Nach fünf Jahren Schließung ist die neugestaltete Dauerausstellung des Deutschen Architekturmuseums (DAM) in Frankfurt am 14. August eröffnet worden. Ausgangspunkt der Neukonzeption war eine gezielte Reduktion, wie das Museum mitteilt: Einzelne der bisherigen Modell-Dioramen wurden entnommen, um Raum für neue Formen der Vermittlung zu schaffen. Im rückwärtigen Bereich des Haus-im-Haus zum Schaumainkai hin entstand ein offener museumspädagogischer Bereich.
Elf historische Dioramen zeigen zehn prägende Beispiele der Siedlungs- und Architekturgeschichte – von der Vor- und Frühgeschichte bis in die 1980er-Jahre.
Foto: Moritz Bernoully
Die neugestaltete Ausstellung verbindet zwei Perspektiven: Elf historische Dioramen zeigen zehn prägende Beispiele der Siedlungs- und Architekturgeschichte – von der Vor- und Frühgeschichte bis in die 1980er-Jahre. Ergänzt werden sie durch eine Rückschau auf ausgewählte Ausstellungen des DAM. Modelle, Zeichnungen, Fotografien, Pläne und weitere Objekte aus der Sammlung machen sichtbar, mit welchen gesellschaftlichen, gestalterischen und ökologischen Fragen sich das Museum seit seiner Gründung auseinandergesetzt hat.
Die Auswahl der historischen Dioramen orientiert sich an vier übergeordneten Themensträngen: Siedeln und Infrastruktur, Architektur, Konstruktion und Baumaterial sowie Gesellschaft und Umwelt. Sie verbinden historische Beispiele mit gegenwärtigen Fragestellungen. Wie passen sich Siedlungen an ihre Umgebung an? Wie prägen Verkehrswege und Infrastrukturen das Wachstum von Städten? Welche politischen und sozialen Verhältnisse spiegeln sich in Gebäuden wider? Und welche Auswirkungen haben Baustoffe und Bauweisen auf Klima, Landschaft und Ressourcen?
Die Dioramen erlauben einen besonderen Blick auf Stadt- und Architekturgeschichte. In ihren detailreichen, räumlichen Darstellungen werden unterschiedliche Maßstäbe, Bauformen und Lebenswelten unmittelbar erfahrbar. Sie zeigen nicht nur einzelne Gebäude, sondern auch Straßen, Plätze, Landschaften und Infrastrukturen – und damit das komplexe Zusammenspiel, aus dem gebaute Umwelt entsteht.
Anhand von über 40 Sammlungs- und Ausstellungsobjekten aus mehr als 400 DAM-Ausstellungen wird Architekturgeschichte als fortlaufender Prozess sichtbar.
Foto: Moritz Bernoully
Der zweite Teil der Dauerausstellung richtet den Blick auf die Geschichte des DAM selbst. Seit seiner Eröffnung hat das Museum internationale Entwicklungen ebenso behandelt wie die Architektur und Stadtentwicklung Frankfurts und der Region. Die ausgewählten Exponate erinnern an wegweisende Ausstellungen und machen deutlich, wie sich die Debatten über Wohnen, Mobilität, Konstruktion, öffentliche Räume, soziale Verantwortung und nachhaltiges Bauen verändert haben. Zugleich zeigen sie, dass viele dieser Fragen bis heute aktuell geblieben sind.
Eine zurückhaltende Ausstellungsarchitektur bringt die vielfältigen Inhalte miteinander in Beziehung. Ein farbliches Orientierungssystem macht thematische Verbindungen und Überschneidungen sichtbar und unterstützt Besucherinnen und Besucher dabei, eigene Wege durch die Ausstellung zu finden. Die Präsentation sei dabei bewusst nicht als abgeschlossene Erzählung angelegt: Neue Objekte und zukünftige Ausstellungen des DAM können das System fortlaufend ergänzen.
Die neugestaltete Dauerausstellung möchte laut den Ausstellungsmacherinnen und -machern Architektur nicht allein als Geschichte bedeutender Bauwerke verstehen. Sie erzähle vom Wohnen und Arbeiten, von Macht und Gemeinschaft, von technischen Innovationen und verfügbaren Ressourcen. Sie zeige, dass gebaute Umwelt von vielen Menschen hervorgebracht werde – und dass die Entscheidungen, die dabei getroffen werden, unser Zusammenleben langfristig prägen.
Fakten
Führungen: Ab 15. August bis 27. September 2026 immer samstags und sonntags, 13 Uhr
Öffnungszeiten: Di/Do-So 11–18 Uhr, Mi 11–20 Uhr, Mo geschlossen
Ort: Deutsches Architekturmuseum (DAM) Schaumainkai 43, 60596 Frankfurt am Main, 2. OG
Demnächst: MORE IS NOW! Neue Tschechische Architektur + Restaurierung der Villa Tugendhat, 19. September 2026 – 17. Januar 2027
