Mit dem Abriss aufhören
Die jährliche Bauministerkonferenz fand am 10. und 11.09.2026 in Berlin statt, auf Berlin.de ist zu lesen: „Bei der zweitägigen Konferenz befassen sich die Ländervertreterinnen und -vertreter mit aktuellen Themen der Bau- und Wohnungspolitik.“ Dass die Verantwortlichen hierbei auf die Beschleunigung des (Neu)Bauens zielten, war erwartbar; serielles und modulares Bauen ist dabei das wohlfeile, erfolgversprechende Instrument. Vor der Konferenz forderten die Deutsche Umwelthilfe DUH, Architects for Future und die Anti-Abriss-Allianz endlich den Genehmigungsvorbehalt für Gebäudeabrisse in die Musterbauordnung und die Landesbauordnungen aufzunehmen. „Umbauordnungen“ statt Bauordnungen, Erhalt und Weiterentwicklung des Bestands statt Neubau waren zentrale Themen. Und obwohl sich die Berliner SPD bereits für einen Genehmigungsvorbehalt bei Abrissen ausgesprochen hat, hat es dieser Punkt bislang nicht auf die Tagesordnung der Fachministerinnen geschafft.
12 000 Gebäude werden in Deutschland laut amtlicher Statistik jährlich abgerissen. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch deutlich höher liegen, da längst nicht alle Gebäudeabrisse statistisch erfasst werden und es bislang an einer umfassenden Transparenz über das Abrissgeschehen in Deutschland fehlt. Mit jedem Abriss gehen gebundene, sogenannte graue Treibhausgasemissionen, wertvolle Baustoffe und die darin enthaltenen Rohstoffe verloren, weil sie, mit Verlassen des Bauplatzes, als Abfall definiert sind. Zudem werden gewachsene Quartiersstrukturen und baukulturelle Werte zerstört. Wenn schon die Politik sich hier nicht bewegen möchte, dann doch sicher wir Planerinnen als verantwortliche, das Baugeschehen beeinflussende Akteure, oder? ⇥Be. K.
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