SEZ Berlin: Abriss oder nicht
Die Politik in Berlin ist sich – jedenfalls auf Regierungsseite – darüber einig, dass das Sport- und Erholungszentrum (SEZ) in Berlin-Friedrichshain abgerissen und auf der dann freien Fläche Wohnungen zu bauen wären. Erste Abrissarbeiten Anfang dieses Jahres wurden gerichtsseits gestoppt, weniger aus Vernunftgründen als vielmehr dem Artenschutz verpflichtet.
Doch trotz aller Schwierigkeiten – Umsiedlung und steigender Druck von Teilen der Stadtgesellschaft und Verbänden – wird am Abrissplan festgehalten, nach Auskunft von Gemeingut in BürgerInnenhand hat die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) gerade den Komplettabriss ausgeschrieben.
Dass die CDU/SPD nach der anstehenden Wahl im September noch mehrheitsfähig ist, kann bezweifelt werden. Fakten schaffen ist ein allerdings übliches (und durchaus auch gefordertes!) Handeln seitens der Politik. Gegenvorschläge sehen den Teilerhalt der sicherlich zu großen und in die Jahre gekommenen Freizeitanlage vor, ergänzt durch Wohnhochhäuser auf dem durch Abrisse frei werdenden Gelände (500 Wohneinheiten statt der 680). Anfang Mai wollte der Senat Endgültiges im Ausschuss für Stadtentwicklung erklären, nun ist das Ergebnis der Beratungen auf den 22. Juni vertagt. Zeit fürs Nachjustieren, Zeit für Proteste, Zeit dafür, einmal darüber nachzudenken, wieso wir denken, ostdeutsche Geschichte aufräumen zu müssen?! Günter Reiß, entwerfender (West-)Architekt des SEZ wird mit anderen am 25. Juni ab 16.45 Uhr in den Kant-Garagen, Kantstraße 126, 10623 Berlin, auf dem Podium zu erleben sein. Wir bleiben dran. Be. K.
