Konzeptverfahren ICC mit Empfehlung
Wir waren vort Ort, als im November 2024 eingeladen wurde zur Pressekonferenz, in deren Rahmen das Konzeptverfahren zur Zukunftssicherung des Internationalen Congress Centrums (ICC) öffentlich gemacht wurde. Wir konnten auch erleben, dass man die Fristen zur Bewerbung um eine Teilnahme in 2025 einmal deutlich verlängert hatte. Nach Auswertung der Teilnahmeanträge durch die zuständige Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) sei deutlich geworden, so jedenfalls die Wirtschaftsverwaltung des Senats, dass „eine Konkretisierung und marktgerechte Anpassung der Kriterien“ notwendig seien. Was beispielsweise für Anforderungen hinsichtlich der Nachweise zur Leistungsfähigkeit von sich bewerbenden Konsortien galt.
Ob das halbe Jahr bessere Ergebnisse gebracht hat, muss vermutet werden, jetzt aber wurde für die Projektpartnerschaft Quartier ICC eine offizielle „Vergabeempfehlung“ ausgesprochen. Was schwächer klingt als das selbstformulierte Ziel, eine Vergabeentscheidung zu treffen.
Die Projektpartnerschaft sind: Arup Deutschland GmbH, die Coloured Fields GmbH (Tochter der MIB AG Immobilien und Beteiligungen), GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH, HOCHTIEF Infrastructure GmbH, die ICCA Projektgruppe / Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank, das KVL Projektmanagement Berlin GmbH, Max Dudler GmbH, die MIB AG Immobilien und Beteiligungen sowie die schneider+schumacher Planungsgesellschaft mbH.
Geht es komplizierter? Wahrscheinlich, denn kompliziert ist das Projekt insgesamt. Lage, baulicher Zustand, Denkmalschutz (seit 2019), Flächen und Flächenvernetzung, Nutzungskonzepte, Finanzierung privat/öffentlich, Einbindung in den Stadtraum etc. etc. neben allen Sanierungs-, Ertüchtigungs-, Umbau- und Erhaltungsarbeiten. Grob gesagt will die Partnerschaft am Messedamm 9 (dem heutigen Parkplatz) ein Hochhaus mit Hotel-, Wohn-, Büronutzungen bauen (Max Dudler), das bestehende Parkhaus am Messedamm 11 abreißen und hier ein neues Parkhaus mit ergänzenden Hotel-, Büro-, Gastronomie- und Gewerbeflächen bauen (Graft). Um die Sanierung des ICC soll sich schneider+schumacher zentral kümmern, gestalterisch sind hier auch die beiden schon genannten Büros mit dabei. Aktuell stehen Verhandlungen zur Exklusivitätsvereinbarung an, es folgt die Anhandgabephase. Ziel ist es, so die Senatsverwaltung, bis 2028 die Voraussetzungen für die Vergabe der Erbbaurechte zu schaffen. Erste Baumaßnahmen könnten ab 2029 beginnen. Eine schrittweise Inbetriebnahme des neuen Quartiers wird ab 2032/2033 angestrebt. Kompliziert! Aber wäre es einfach, könnten wir das ja auch! Be. K.
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