Klimaorientierte
Quartiersentwicklung

Es gibt viele einfache Möglichkeiten, Klimaschutz aktiv zu betreiben. Tempolimit auf vielbefahrenen Straßen, mehr Wohnungen in ein gleich großes Gehäuse oder Nukleuswohnen im Bestand. Und ganz sicher auf sinkenden Raumbedarf in nächster Zukunft reagieren und weniger bauen. Und die seit Jahren praktizierte Heizwärmeerzeugung und den baulichen Wärmeschutz grundsätzlich neu denken. Denn dass der Gebäudesektor seit langem seine Klimaziele verfehlt, zeigt, dass allein Effizienzmaßnahmen nicht effektiv sind (wieder einmal: Effizienz ist nichts, wenn ihre Effekte in Summe nicht messbar oder gar negativ sind).

Es gibt jedoch andere Möglichkeiten, wie Architektinnen und Planer wirkungsvoll zum klima­positiven Bauen beitragen können, wie ein jüngst abgeschlossenes Forschungsprojekt der Leibniz Universität Hannover und der Fachhochschule Potsdam zeigt. Demnach können bauliche Dichte, Wohnflächenbedarf/Person oder die Art der Erzeugung des Haushaltsstroms signifikante Auswirkungen auf Treibhausgasemissionen haben. Auch beispielsweise – auch längst anerkannt – der Verzicht auf Tiefgaragen, der sich merklich auf eine C0₂-Minderung auswirken kann.

Es gelte, so Prof. Dr. Michael Prytula von der FH Potsdam, einen wesentlich größeren Betrachtungsrahmen zu wählen als das bei gängigen Lebenszyklusanalysen im Bausektor üblich ist. So habe die Studie auch infrastrukturelle, städtebauliche und demografische Aspekte in die Bilanzierung einbezogen. Zudem beginnt, so Tim Rieniets, Stadtplaner und Professor an der Leibniz Universität Hannover, klimagerechtes Bauen bereits in der Stadtplanung. Hier würden Entscheidungen getroffen, die sich langfristig auf die Treibhausgaspotenziale eines Quartiers auswirken.

Auf knapp 50 Seiten erläutert die Studie „Q-LCA – Städtebauliche Merkmale einer klimaorientierten Quartiersplanung“, welche Aspekte bei einer klimafreundlichen Planung von Siedlungen und Quartieren beachtet werden sollten. Die online frei verfügbare, durch Bundesmittel des Innovationsprogramms „Zukunft Bau“ geförderte Publikation richtet sich an Architekten, Planerinnen sowie an Entscheidungsträgerinnen aus Baupolitik und Immobilienwirtschaft und an alle anderen, die sich für eine klimaschonende Planung interessieren (Q-LCA. Städtebauliche Merkmale einer klimaorientierten Quartiersplanung: https://doi.org/10.5281/zenodo.17866335).

www.staedtebau.uni-hannover.de,
www.fh-potsdam.de
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