Für mehr Sichtbarkeit von Frauen im Architekturberuf
Die Frankfurt University of Applied Sciences vergibt dieses Jahr den Laura-Maria-Bassi-Preis für Frauenförderung und eine geschlechtersensible Hochschulkultur an ihre Lehrbeauftragte Christina Budde. Den Preis erhielt sie für ihr Engagement in der Lehre und insbesondere im Wissenschaftsprojekt „Von Unsichtbarkeit und Sichtbarmachen – Zur Repräsentanz von Frauen in der Architektur“, in dem Studierende Biografien von Frauen in der Architektur recherchieren und diese ausarbeiten.
In seiner Gratulation hob Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke Christina Buddes Rolle als wichtige „Impulsgeberin“ für Studierende und Lehrende hervor und würdigte ihr Verdienst für Chancengerechtigkeit. Durch ihr außergewöhnliches Engagement in der Lehre trage sie maßgeblich dazu bei, das Werk und die Persönlichkeit von Frauen in der Architektur sichtbar zu machen, so Schocke. Gemeinsam mit den Studierenden eröffne sie neue Perspektiven, schaffe inspirierende Vorbilder und verhelfe den Leistungen von Architektinnen aus Vergangenheit und Gegenwart zu der Anerkennung, die ihnen zusteht.
Die Debatte über die ungleichen Geschlechterverhältnisse und die Rolle von Frauen in der zeitgenössischen Architektur ist weiterhin aktuell: Obwohl mittlerweile mehr Frauen als Männer Architektur studieren, bildet sich dieses Verhältnis weder in den führungsrelevanten Positionen der Architekturbüros oder der Auftragsvergabe noch in der fachlichen und medialen Aufmerksamkeit für architektonische Leistungen ab.
Christina Budde war Kuratorin am Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt am Main und 2017 auch mitverantwortlich für die Ausstellung „FRAU ARCHITEKT – Seit mehr als 100 Jahren: Frauen im Architektenberuf“. Seit dem Wintersemester 2020 ist sie Lehrbeauftragte für Darstellen und Gestalten am Fachbereich Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik der Frankfurt UAS.
Namensgeberin für den Preis ist Laura Maria Bassi (1711-1778), die als erste Universitätsprofessorin Europas Physik in Bologna lehrte. Die Frankfurt UAS vergibt die Auszeichnung seit 2005 an Studierende oder Beschäftigte der Hochschule. Damit honoriert sie Initiativen, die z. B. zur Erhöhung des Frauenanteils in Studiengängen mit geringer Frauenquote führen, Aktivitäten, die der sexuellen Diskriminierung von Frauen oder Männern an der Hochschule entgegenwirken oder in anderer Weise zur Gerechtigkeit im Geschlechterverhältnis beitragen.
