Energie: dezentral im Bestand
Welche Möglichkeiten eröffnen Bauwerke durch ihre baulichen und funktionalen Eigenschaften für die Integration erneuerbarer Energiesysteme? Dieser Fragestellung widmet sich die Nachwuchsforschungsgruppe MUBARES. Im Fokus steht die Entwicklung von Konzepten, mit denen Gebäude und Infrastrukturen als Teil einer dezentralen Energieerzeugung multifunktional genutzt werden können. Ziel der Forschung ist es, Klimaresilienz, Systemintegration, Wirtschaftlichkeit und die Nutzung erneuerbarer Energien in Sachsen gemeinsam zu denken. Die Nachwuchsforschungsgruppe MUBARES vereint Fachwissen aus Bauingenieurwesen, Elektrotechnik, Wirtschaftswissenschaften und Gebäudetechnik. Neben dem Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Holger Flederer begleiten fünf weitere Professoren verschiedener Lehrstühle der HTW Dresden die Gruppe. Abseits der Forschung spielt auch die Integration gewonnener Erkenntnisse in die Lehre eine Rolle: Die jungen Forschenden betreuen studentische Arbeiten und entwickeln neue Lehrinhalte zur Integration erneuerbarer Energiesysteme in Bauwerke.
Nach einer ersten Phase der Grundlagenrecherche liegt der Schwerpunkt auf der Bearbeitung konkreter Anwendungsfälle, so beispielsweise Lärmschutzwände und Brücken hinsichtlich der Integration von Photovoltaik. Für Gebäude konnten bereits erste Erkenntnisse am Beispiel des Parkhauses am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden gewonnen werden. Zur systematischen Analyse und Bewertung der energetischen Potenziale kommt das eigens entwickelte Potenzialanalyse-Tool (SPAATA) für die Energieträger Sonne und Wind zum Einsatz. Es wird begleitend zur Projektarbeit genutzt und im Zuge dessen kontinuierlich weiterentwickelt. Ziel ist es, SPAATA als Open Source Lösung zu veröffentlichen.
Die bisherigen Ergebnisse skizzieren eine vielversprechende Richtung für die Nutzung von bauwerksintegrierter Energieerzeugung. Welche weiterführenden Erkenntnisse sich daraus noch ableiten lassen, wird die abschließende Projektphase zeigen. Gefördert wird MUBARES von 2024 bis 2026 durch den Europäischen Sozialfonds (ESF), der damit gezielt den wissenschaftlichen Nachwuchs unterstützt und einen strukturierten Einstieg in die Forschung ermöglicht sowie durch Steuermittel auf der Grundlage des vom sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.
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