Digitale Innovation und Handwerk vereinen
Trotz des Versprechens digitaler Technologien, die Arbeit im Bausektor zu erleichtern und dessen Prozesse zu optimieren, stoßen digitale Werkzeuge und robotische Systeme in Handwerksbetrieben an Grenzen. Vor allem kleinen und mittelständigen Betrieben fehlt oftmals die Expertise, diese Werkzeuge dort einzusetzen, wo es sinnvoll wäre. Das Forschungsprojekt „Handwerk der Zukunft“ der Bauhaus-Universität Weimar hat es sich bis 2028 zur Aufgabe gemacht, digitale Techniken mit den Bedürfnissen von Handwerkerinnen zu vereinen und praxisorientierte Lösungen zu entwickeln. Der Fokus liegt dabei vor allem auf dem Bauen und Sanieren im Bestand. Mögliche Einsatzfelder sind die Analyse des Bauwerkszustands, das Markieren von Wandöffnungen bis hin zum Abtragen von Materialien.
In einem interdisziplinären Team aus Architektur, Bauingenieurswesen, Design und Informatik sowie in Zusammenarbeit mit Planungsbüros und Handwerksbetrieben sollen in Weimar anwendungsorientierte Konzepte erarbeitet und getes-tet werden. So soll erforscht werden, welche Lösungen die Betriebe bei der Einführung und Umsetzung digitaler Technologien unterstützen und wie diese sich möglichst einfach in bestehende Arbeitsabläufe integrieren lassen. So ließen sich beispielsweise Planung und Ausführung unmittelbar verzahnen und bauliche Tätigkeiten automatisieren.
Auswirkungen einer guten Anwendung digitaler Verfahren könnten die Entlastung bei schwerer körperlicher Arbeit oder die Verbesserung von Arbeits- und Gesundheitsschutz sein. Auch könnte es kleine Teams befähigen, größere Auftragsvolumen zu bewältigen. Darüber hinaus ließen sich mithilfe präziser, datenbasierter Planungs- und Bauprozesse mögliche Fehler und Nacharbeiten vermeiden und der Materialeinsatz effizienter planen.
