Wohnhaus für eine Familie in Dielsdorf/CH

Als unbebaubar galt das Grundstück am Rebberg in Dielsdorf. Ein klassisches Wohnhaus mit dicken Außenwänden, konventionellen Erschließungstreppen und Verkehrsflächen hätte man darauf nicht unterbringen können. Nach dem Abtragen der Grenzabstände blieben gerade einmal 5 x 9 m bebaubare Fläche. Frühzeitig setzten sich Architekt und Bauingenieur zusammen und entwickelten eine Lösung. „Raum und Struktur sind eins“ lautet sie. Das heißt das skulpturale Stahlbetontragwerk aus eingefärbten Sichtbeton ist allgegenwärtig. Wand, Decke, Boden, selbst das Bücherregal ist Teil des Tragwerks. Unterlagsböden, Trittschalldämmungen, Boden­beläge, Gipser- sowie Malerarbeiten, die die Tragstruk­tur bedecken könnten, sind nicht vorhanden. Das bedeutet Reduktion auf den nackten Betonrohbau, der allein ergänzt wird durch diverse Schreinermöbel. Um­hüllt ist das Betonskelett von einem Glasmantel. Die Fassade besteht aus 58 verschiedenen Fensterelementen wobei kein Format dem an­deren gleicht. Bei diesem Gebäude ist die Fläche der gesamten Fenster größer als die Bodenfläche.

Bauingenieur Urs Oberli sagt über das Tragwerk: „Mit dem Weinstock als Vorgabe wurde ein ehrliches Betontragwerk entwickelt. Die zentrale vertikale Scheibe als Haupttrageelement steift das Gebäude aus und verjüngt sich mit zunehmender Gebäudehöhe, den Be­anspruchungen entsprechend, in der Stärke. Die Versätze der Geschossdecken bilden Rippen, lassen das Gebäude in der Tiefe wachsen und bilden Lagerung der blattartigen Decken. Das von innen nach außen hin entwickelte Tragsystem verzichtet ganz auf statische Elemente in der Fassade.“

Maßgebend für die Ausführung waren nur zwei Handwerker: der Baumeister, der den Betonbau erstellte und der Schreiner, der die Möbel und die Fenster fertigte.

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OLG Frankfurt, Urteil vom 17.8.2018 - 21 U 78/17; BGH, Beschluss vom. 21.8.2019 - VII ZR 190/18 - Nichtzulassungsbeschwerde abgewiesen.

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