WerkBundStadt abgesagt. Oder doch nicht?

100 Jahre Bauhaus: Wir feiern. Bundesweit und mit großem Aufwand. Bauhaus steht für deutsche Architektur- und Designgeschichte, die weltweit sehr erfolgreich vermarktet wird. Immerhin 12 Jahre vor dem Bauhausstart startete bereits der Deutsche Werkbund. In München. Der DW war so etwas wie ein Bodenbereiter für die Schulen in Dessau, Weimar und Berlin, man denke allein an: Walter Gropius. 2007 gab es viele DW-Jubiläumsaktionen, die vielleicht bedeutendste war die Projektidee aus dem Jahr 2006, eine Werkbundsiedlung „Wiesenfeld“ in München zu bauen. Das ambitionierte Projekt scheiterte am Veto von Stadtverordneten.

Zehn Jahre später gab es einen neuen Anlauf, dieses Mal in Berlin. Dort wollte der Werkbund eine ganze „WerkBundStadt“ realisieren. Mit 1 100 Wohnungen am Berliner-Spreebord auf dem Grund eines 2,8 Hektar großen, ehemaligen Tanklagers. So die Idee 2016, die sich aus zahlreichen Workshops mit den 32 beteiligten Architekten entwickelt hatte. Die Finanzierung folgte dem Prinzip einer sozial verantwortlichen Investorenschaft, die sich den innovativen Projektansatz zu eigen macht. Planer, Gestalter, Politik, Nachbarschaft, Unternehmen, Wissenschaftler und Künstler sollten in den fortlaufenden Diskussionsprozess über die Gestaltung und ihre ökonomischen, ökologischen und politischen Maßstäbe eingebunden sein. Sollten.

Ende 2018 kam dann die Meldung: Das Projekt am Berliner Spreeufer ist vorerst gescheitert, Zwischenverkäufe und damit verbundene Eigentümerwechsel machten Absprachen nichtig. Die neue Eigentümergruppe nennt das Projekt jetzt „Am Spreebord“. Dennoch: Ende Januar soll mit allen Beteiligten eine Lösung erarbeitet werden. Für den Werkbund wäre die Realisierung der Minimalzins auf das bereits Geleistete. Und ein Daseinsberechtigungsnachweis. Be. K.

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