Weltausstellung Expo Mailand 2015
www.expo2015.org, expo2015-germany.de

„Weg vom Bratwurstimage“ – Deutschland gibt sich in Mailand als Land der (technischen) Innovationen. Bereits am 1. Mai wurde der Deutsche Pavillon „Fields of Ideas“ auf der Expo2015 feierlich eröffnet; mit einem, wie das verantwortliche Bundesministerium für Wirtschaft und Energie schreibt, „symbolischen Akt des Ribbon Cuttings“. Der Pavillon, ein Entwurf der ARGE Deutscher Pavillon EXPO 2015 Mailand (Schmidhuber, Milla & Partner, Nüssli Deutschland), soll, so Minister Sigmar Gabriel „unsere Ideen und Lösungsansätze aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft für die Herausforderung einer zukünftigen nachhaltigen Welternährung präsentieren.“

Der deutsche Pavillon ist einer von vielen, die 148 Nationen und Organisationen Raum bieten für ihre Leistungsschau. Die Beiträge zum großen Expo-Thema „Feeding the Planet, Energy for Life“ repräsentieren auf sehr unterschiedliche Art und Weise die kulturell geprägte Sicht auf die Dinge. Während die Besucher des deutschen Pavillons mit den schon genannten Innovationen (gedruckte Photovoltaikzellen, Seed Boards etc.) beeindruckt werden sollen, setzt man bei den Schweizern und natürlich den Italienern deutlich auf das Erleben des kulinarisch nationalen Erbes. Ob dieser Schwerpunkt dem Anspruch gerecht wird, Strategien für eine nachhaltige Welternährung zu entwickeln, darf bezweifelt werden.

Neben zahlreichen Designprodukten finden sich auch Pavillons aus Architektenhand auf der Expo2015. So die von Cristián Undurraga (Chile), Foster + Partners (Vereinigte Arabische Emirate), Studio Arthur Casas, Atelier Marko Brajovic (Brasilien), Tsinghua University, Studio Link-Arc (China), Biber Architects (USA), SPEECH (Russland), SoNo Arhitekti (Slovenien), b720 arquitectos (Spanien), Knafo Klimor Architects (Israel), Nemesi & Partners (Italien), Stage One mit Wolfgang Buttress (Großbritannien) ...

Ursprünglich gab es einmal die Idee des Masterplaners Stefano Boeri, zusammen mit Herzog & de Meuron, William McDonough und Ricky Burdett eine ganz neue Expo auf die Beine zu stellen. Eine, die sich Inhalten und weniger der Show widmet, eine, die durch ihr Ras-ter die Teilnehmer gezwungen hätte, mehr auf Haltung als Gestaltung zu setzen. Übrig geblieben ist von dem Plan, mit welchem die Architekten die Jahrmarktstimmung der Expos brechen wollten, die mit Zeltdächern geschützte Hauptachse. Und der Slow Food Pavillon von Herzog & de Meuron. Die großen Lebensmittelkonzerne wie Monsanto und Co. lassen sich eben nicht so leicht unter Zelte drücken, deren Höhe nicht die ist, die dem Gewicht solcher Riesen angemessen wäre. Weg vom Bratwurstimage? Die überwiegende Gestaltung der Expo lässt da nicht viel erhoffen. (bis 31.10.2015) Be. K.

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