Vorhersagequalität für Rechenverfahren ganz praktisch verbessernwww.uni-hannover.de

Unter der Federführung des Instituts für Massivbau der Fakultät für Bauingenieurwesen und Geodäsie der Leibniz Universität Hannover soll die Tragfähigkeit der alten Eisenbahnbrücke über die Aller in Verden vor ihrem Abbruch experimentell ermittelt werden. Im März 2016 wurde bereits ein erster Belastungstest an der Gewölbebrücke durchgeführt, wobei die Brücke mehr als 600 Tonnen Belastung – entsprechend sechs schwersten übereinandergestapelten Lokomotiven – problemlos standhielt. Anschließend wurde ein Teil der Aufbauten der Allerbrücke entfernt, um die Tragfähigkeit der Brücke künstlich zu verringern. Am 16. Juni wurde in einem zweiten Versuch die verbliebene Tragfähigkeit der Brücke ermittelt.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollten dabei erkunden, welche Rolle das abgetragene Brückenmaterial oberhalb des reinen Gewölbebogens für die Stabilität der Brücke spielt. Die aufgemauerten Wände stellen zwar einerseits ein zusätzliches Gewicht dar, tragen aber andererseits auch zur Stabilisierung bei. Dieser Aspekt kann durch theoretische Modelle schlecht erfasst werden.

Der Versuch nimmt eine starke Schädigung des Bauwerks mit Rissen, Verformungen und Abplatzungen in Kauf. Da die Brücke ohnehin abgerissen wird – sie wurde bereits durch einen Neubau direkt nebenan ersetzt – ist dieses Szenario eben nur das.

Ziel des Traglastversuchs ist es, die Vorhersagequalität der üblichen Rechenverfahren für Gewölbebrücken zu überprüfen und zu verbessern. Dadurch können diese historischen Bauwerke zukünftig besser beurteilt und wertvolle bestehende Brücken so weit wie möglich erhalten werden.

An dem Versuch waren viele Partner beteiligt: neben dem Institut für Massivbau auch das Geodätische Institut der Leibniz Universität, die Technische Universität Berlin, die Jade Hochschule Oldenburg, die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig sowie als Industriepartner die Deutsche Bahn AG und die Ingenieurbüros IBW Weimar und MarxKrontal.

Die 150 Jahre alte Brücke war dem gestiegenen Lastverkehr nicht mehr gewachsen und wurde zwischenzeitlich nur noch einspurig befahren. Sie steht nur noch in Resten.

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