Visueller Türöffner

Das japanische Schriftsystem gilt als hoch kompliziert, immerhin bindet es vier Schriften aus drei verschiedenen Herkunftskulturen in einer. Dass die Japaner dieses System bis heute nutzen und sich nicht, wie andere asiatische Länder das schon taten, dem Romaji, also unserer Alphabetschrift zugewandt haben, liegt an der unauflöslichen Verbindung von Schriftkultur und Lebenskultur insgesamt. Das mag man als rückständigen Formalismus betrachten, es bedeutet allerdings auch ein Korrektiv in Zeiten des zwanghaften Wandels.

Die Grafikerin und Typografin Mariko Takagi zeigt uns in der aktuell vorliegenden, sehr sorgfältig gemachten und natürlich japanisch gebundenen Publikation, wie man das komplizierte Schriftsystem auch ganz einfach lesen kann. Nicht allein die Schönheit der Form steht deshalb bei ihr im Fokus, es sind auch die Bedeutungsebenen, die zu vermitteln ihr wichtig sind. Dass sie das anhand von mehr als hundert Beispielen aus Geschichte und Gegenwart japanischer Gestaltung aufzeigt und analysiert, macht die prallgefüllte Arbeit zu einem Schlüssel für das Verstehen aktueller typografischer Gestaltung und ein bisschen auch zum Türöffner in die komplexe Kultur des Japanischen insgesamt. Be. K.

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