„Tempel“ am Niederrhein-Kolleg, Oberhausen

Das Niederrhein-Kolleg Oberhausen ist eine staatliche Bildungseinrichtung für Erwachsene. In den Jahren 1953 – 1958 von O. M. Ungers erweitert, ist das Ensemble durchaus im Blick auch der lokalen Architekten. Die – hier namentlich das Büro DRATZ&DRATZ
ARCHITEKTEN – schreckten auf, als das Kolleg sie aufforderte, für einen kleinen Pausenunterstand einen Bauantrag zu stellen. Der bereits vorliegende Entwurf hatte alle Merkmale pragmatischer Zimmermannskunst war aber weit entfernt davon, auf das Potential der Anlage angemessen zu reagieren. Die Architekten lieferten auf eigene Kosten den schließlich realisierten Entwurf, mit dem sie die Verantwortlichen überzeugen konnten.

Für die Entwurfsentwicklung war es dem Büro wichtig, sich „mit der reinen Form sowie der totalen Abstraktion eines Grundtypus zu beschäftigen. In dem Fall dem klassischen Tempel oder der Urhütte. Alle architektonisch relevanten Themen wie Platte, Stütze und Dach finden sich in dieser Aufgabe wieder“ (Architekten). Die Lage des Unterstandes wurde neu ermittelt, die Bauweise von Holz auf Ortbeton umgestellt. Dabei ist die sägeraue Bretterschalung – dem Budgetrahmen geschuldet – durchaus angemessen mit Blick auf den Beton im Bestand. Tempel oder Unterstand? Tempel. Materialwahl, Standort und Fügung der Teile sprechen die sakrale Note deutlich aus. Be. K.

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