Start: Ulrich-Müther-Pläne restauriert

Als wir uns im Sommer die restaurierte Kur­muschel und die Rettungsstation alias Standesamt Binz mit der Wüstenrot Stiftung als Geldgeber und Projektkoordinator anschauten, war natürlich auch Professor Matthias Ludwig, Leiter des Müther-Archivs Wismar, anwesend. Mit ihm sprachen wir neben den aktuellen Restaurierungsergebnissen auch über die Arbeiten am Müther Archiv und darüber, was demnächst anstehe.

Denn neben restauratorischen Arbeiten an den Architekturen Ulrich Müthers sind auch die Archivalien zu restaurieren: Pläne, Skizzen, Fotografien und anderes. Nun wurden 35 frisch restaurierte Architektur- und Konstruktionspläne in Wismar präsentiert, alle von der Berliner Papierrestauratorin Susanne Grzimek für die weitere Verarbeitung (Digitalisierung, Lagerung) fertiggestellt. Bei den Archivalien handelt es sich um handgezeichnete Pläne von der Messehalle in Rostock und der Bushaltestelle in Binz. Diese werden nun im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF geförderten Projektes erschlossen und gelagert.

Die geknickten oder gerollten Architektur- und Konstruktionspläne zeigten unterschiedliche Schäden: Risse sowie Fehlstellen waren zu verzeichnen. Außerdem gab es alte Reparaturen mit ungeeigneten Selbstklebebändern. Letztere schadensfrei zu entfernen war die Hauptherausforderung. Schließlich mussten die Risse geschlossen werden, wobei Spezialpapier zum Einsatz kam, das alterungsbeständig ist und eine hohe Reißfestigkeit hat. Der abschließende vierte Arbeitsschritt war die teilweise Glättung der Pläne.

Seit April 2017 wird in Zusammenarbeit mit dem Baukunstarchiv der AdK, Berlin, der in Wismar lagernde Müthersche Nachlass in dem dreijährigen Verbundprojekt „Sonderbauten der DDR-Moderne“ zu einer Forschungs- und Lehreinrichtung entwickelt. Die systematische Erschließung des Archivs wird durch das BMBF mit rund 470 000 € gefördert. Die Hochschule Wismar plant außerdem 250 000 € für Baumaßnahmen und Ausstattung einzusetzen. Die Projektergebnisse sollen Impulse für weitere Forschungen geben und das kulturelle Bewusstsein für die Nachkriegsmoderne – speziell für die DDR-Moderne – sensibilisieren.

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