Bauprodukte nachhaltig und mit neusten Technologien fertigen: drei Startups aus Deutschland zeigen wie es geht.

Start-ups in der (digitalen) Fertigung

Von Robotern die aus PET eine Fassade errichten, Fassadenelementen gefertigt aus 90% atmosphärischem Kohlenstoff und einem Fräsroboter für Holzkonstruktionen.

  Studio Milz und der Fräsroboter

studio milz wurde 2014 von Simon Deeg und Andreas Picker an der Folkwang Universität der Künste in Essen gegründet und ist heute in Berlin ansässig. An der Schnittstelle zwischen Design, Architektur und Technologie entwickeln die beiden Gründer architektonische Konzepte und partizipative Interventionen sowie die dazugehörigen Maschinen und Konstruktionen.

Das wichtigste Projekt der vergangenen Jahre war und ist für studio milz die Joyn Machine. Diese Maschine ist ein interaktives Werkzeug, mit dem man komplexe Konstruktionen aus Holz entwerfen und halbautomatisch produzieren kann. Der Nutzer kann eigene Designs für Möbelstücke sowie größere architektonische Konstruktionen selbst erstellen oder Entwürfe online herunter­laden. Die Maschine kann Holzlatten durch computergestütztes Fräsen bearbeiten. Dadurch entstehen klassische Holzverbindungen, die vom Nutzer per Hand zusammengesetzt werden.

Mit der Joyn Machine entstanden im Laufe des Jahres unter anderem ein Pavillon im Berliner Futurium, eine 600 m² große Messestand-Konstruktion beim „Digital Arts Lab“ im Rahmen der hub Berlin sowie die Ausstellungsarchitektur für 20 Preisträgerprojekte bei der Ausstellung „Beyond Bauhaus“.

Die Joyn Machine ist interessant für unterschiedliche Anwendungen in der Architektur. Der Grad der Automatisierung ist dabei fein abgestimmt, sodass Nutzer und Maschine optimal im Team arbeiten können: Alles, was die Maschine besser beherrscht, übernimmt sie und umgekehrt. Das Messen, Kalkulieren und Wiederholungsarbeiten übernimmt die Joyn Machine. Den Entwurf und das Zusammenbauen der Holzkonstruktion übernimmt der Nutzer. Gängige CAD-Software, wie Rhinoceros, AutoCAD usw., kann dabei problemlos integriert werden.

Die Maschine eignet sich einerseits für die schnelle Erstellung von Prototypen. Ähnlich wie 3D-Druck ermöglicht sie es, Raum und Volumina schnell und effizient zu bebauen und zu testen – allerdings im lebensgroßen Maßstab. Andererseits können direkt nutzbare Konstruktionen geschaffen werden. Je nach verwendetem Material und Halbzeug-Dimensionen sind diese kostengünstig und langlebig.

Die mit der Joyn Machine produzierten Bauteile können mit Presspassung gefügt werden, je nach gewünschter Anwendung aber auch verklebt, gedübelt oder verschraubt werden. Die Kombina­tionsmöglichkeiten von Material und Fügetechnik decken ein breites Einsatzspektrum ab.

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