Spielerische Fassade Wohnanlage Flora-Neumann-Straße, Hamburg

Das städtebaulich schwierige Grundstück liegt in unmittelbarer Nach­barschaft zum Fleischgroßmarkt Hamburg. Lange galt das sehr schmale Grundstück als unbebaubar. Von drei Seiten durch Nachbarbauten eingefasst, konnte allein die zur Straße orientierte Süd­­­­­­­fass­­ade zur Be- und Entlüftung sowie zur Belichtung genutzt werden. Weiter bestand die Herausforderung darin, helle, jedoch leise Wohneinheiten zu schaffen. In der Konsequenz schlugen die Planer einen zur Straße orientierten Riegel vor. Auf sechs Geschossen verteilen sich 42 teils barrierefreie Wohnungen, deren Aufenthaltsräume sich entlang der Straßenseite aufreihen. Die Individualität der Grundrisse spiegelt sich in der Fassadengestaltung: 26 verglaste Boxen springen aus der Klinkerfassade hervor. Sie formen Austritte und dienen als Pufferzone für den Lärm. Die 2,40 m tiefen Auskragungen folgen keinem erkennbaren Muster. Aufgrund der bodentiefen, öffenbaren Verglasung lassen sich die privaten Außenbereiche im Sommer wie im Winter nutzen. Im obersten Geschoss kehren sich die Boxen ins Negative und werden zu Terrassen. Der Wunsch, viel Licht in das Gebäude zu bringen, wurde auch im Treppenhaus umgesetzt. Hier sorgen Oberlichter für eine natürliche Belichtung.


Thematisch passende Artikel:

Photon - Lumen - Licht

Kolloquium zum Thema Licht in der vormodernen Architektur vom 27. Februar bis 1. März 2009, Berlin

Obwohl jede räumliche Gestaltung unausweichlich von dem Medium Licht beeinflusst wird und entsprechende Berücksichtigung bei der Planung erfahren muss, ist dem Licht als Element in der Gestaltung...

mehr
Ausgabe 03/2014

Behutsam neu geordnet Wohnhaus, Berlin

Ein Ensemble, das unter Denkmalschutz steht, ist eine Herausforde­rung für Architekten. roedig . schop architekten aus Berlin lösten die Bauaufgabe, indem sie die Stahlträger sichtbar machten, die...

mehr
Ausgabe 04/2015

Tageslicht in hohen Hallen

Bei der Belichtung hoher Hallen mit Kunst- oder Tageslicht taucht grundsätzlich ein Problem auf: ein Teil des Lichts verliert sich im oberen Teil des Raumes, statt auf der Nutz-ebene, die meist 1 bis...

mehr