Raum für neue Perspektiven
Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster

Nach mehrjähriger Bauzeit hat im September 2014 das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster wiedereröffnet. Erweitert um einen Neubau von Staab Architekten, der mit einem Bestandsbau aus dem Jahr 1908 verbunden ist, kann das Museum seine Sammlung jetzt in 51 Ausstellungsräumen präsentieren.

Nach mehrjähriger Bauzeit hat im September 2014 das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster wiedereröffnet. Erweitert um einen Neubau von Staab Architekten, der mit einem Bestandsbau aus dem Jahr 1908 verbunden ist, kann das Museum seine Sammlung jetzt in 51 Ausstellungsräumen präsentieren. Das durchkomponierte Beleuchtungskonzept von Licht Kunst Licht bietet eine flexible Ausstellungsbeleuchtung, die durchgehend mit einer Farbtemperatur von 3  000 K geplant wurde. Es integriert die Lichtquellen konsequent in die Architektur und inszeniert die architektonischen Qualitäten des Baus. Dazu tragen im Wesentlichen die ruhigen Lichtdecken bei, die je nach Lage im Gebäude und den Ausstellungserfordernissen ausgebildet sind. Schon im dreigeschossigen Foyer wird der Tageslichtverlauf durch die Membrandecke erfahrbar. Um die Wirkung der Deckenfläche nicht zu beeinträchtigen, wurde die Beleuchtung für das Foyer in Wandeinbauöffnungen untergebracht. In Zweiergruppen arrangiert sorgen Richtstrahler für direktes, druckvolles Licht in dem hohen Raum. Jede Leuchtengruppe lässt sich einzeln schalten und dimmen. Dank dieser Option sind die Strahler in der Lage, sowohl die passende Beleuchtung für den laufenden Museumsbetrieb zu generieren, als auch für die Nutzung des Foyers als Veranstaltungsfläche. Über ein Tableau können verschiedene Lichtszenarien abgerufen werden.


Ausstellungsräume

In den Ausstellungsräumen wurde speziell für das Museum eine bisher einzigartige Lichtlösung realisiert. Ein entlang der Wände verlaufender, in die Decke integrierter Kunstlichtrahmen schafft ein ruhiges Deckenbild und gibt den Ausstellungsmachern trotzdem flexibles Licht für die freie Anordnung der Exponate an die Hand. Der Unterschied zwischen diesem Lichtrahmen und den in der Museumsbeleuchtung bewährten Lichtdecken ist nicht nur die Anordnung der Leuchtfläche ausschließlich im wandnahen Bereich. Der Lichtrahmen sorgt außerdem auch für eine besonders homogene Ausleuchtung der Wandflächen. Möglich wird dies durch eine präzise vorgenommene Positionierung der dimmbaren Leuchtstofflampen hinter der transluzenten Folienfläche. Der Abstand der Lichtleisten vergrößert sich nach in umfangreichen Tests ermittelten Werten allmählich in Richtung Wand. Dies vermeidet zum einen hohe Leuchtdichten im oberen Wandabschnitt und sorgt zum anderen für die ungewöhnlich gleichmäßige Lichtverteilung auf den vertikalen Flächen.

In der Fuge zwischen dem Lichtrahmen und dem raummittigen Deckenfeld verläuft eine Stromschiene. In ihr lassen sich Strahler frei positionieren. Sie setzen in engstrahlenden Varianten Lichtakzente auf ausgewählte Kunstwerke oder erhellen breitstrahlend größere Bereiche und Objekte. Das Museum kann Lichtrahmen und Strahler einzeln oder additiv nutzen. Damit steht ein breites Spektrum an Möglichkeiten zur Verfügung. Es reicht von der ausschließlich gleichmäßigen Beleuchtung der Wände, über eine Kombination von Grundbeleuchtung und Lichtakzenten bis zur nur mit Strahlern erzeugten introvertierten oder dramatischen Lichtwirkung. Die Dimmbarkeit der Lichtrahmen und jedes einzelnen LED-Strahlers erlaubt, das Licht exakt auf die jeweiligen Sehaufgaben und Vorgaben zum Schutz der Exponate abzustimmen.
Im obersten Geschoss verfügt das Museum über fünf Oberlichtsäle. Großformatige, mittig angeordnete Tageslichtdecken bringen hier die Dynamik des natürlichen Lichts in den Innenraum. Um für die Kunstwerke gefährliche direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden, wurde ein Glasverbund mit mikroprismatischem Layer im Scheibenzwischenraum verbaut. Er lässt nur diffuses Himmelslicht passieren. Die Lichtmenge kann über ein Rollo reduziert werden. Ein weiteres Rollo steht zur Verfügung, um den Tageslichteintrag komplett zu blockieren. Eine raumseitige, leicht transparente Membrandecke fungiert als zusätzlicher Filter. Um eine identische Kunstlichtstimmung wie in den anderen Ausstellungsbereichen auch in den Oberlichtsälen zu erreichen, kommt hier ebenfalls die Kombination aus Lichtrahmen und Stromschienenstrahlern zum Einsatz. Der Lichtstrom der deckenintegrierten Lichtrahmen wird allerdings automatisch, abhängig vom Tageslichtangebot geregelt. Die dafür notwendigen Daten liefert ein Tageslichtmesskopf auf dem Museumsdach an die Lichtsteuerung.

Vortragssaal, Bibliothek und Gastronom

Der Vortragssaal wurde mit paarweise bündig eingebauten Halogen- und HIT-Downlights beleuchtet, die sich auf unterschiedliche Anforderungen und damit Beleuchtungsstärken einstellen lassen. Eine LED-Voute, die in die Holzverkleidung eingelassen ist, akzentuiert die Sitznische. In der Bibliothek entschieden sich die Planer für eine gute vertikale Ausleuchtung durch abgependelte Leuchtenprofile mit direktem und indirektem Lichtanteil.  Das Beleuchtungskonzept im Restaurant antwortet auf die Anforderungen an einen Tag-und Abendbetrieb. Während bei Tag dekorative Pendelleuchten für eine helle Lichtstimmung sorgen, wird am Abend eine introvertierte Lichtstimmung mit gedimmten Pendelleuchten sowie punktuell auf die Tische ausgerichtete Richtstrahler erzeugt. Farbige LED-Lichtlinien sorgen für eine sanfte vertikale Beleuchtung hinter der Bar und an den Wänden im Lokal. Andrea Rayhrer, Stuttgart

Planer
Architektur: Staab Architekten GmbH, Berlin
Lichtplanung:
Licht Kunst Licht, Bonn/Berlin, Projektleitung: Martina Weiss
Beleuchtung
Downlights:
Erco (Typ Lightcast und Quintessence Downlights HIT 35W)
Einbaustromschienen: Erco
Kunst- und Tageslichtdecken:
Rentex (bestückt mit T26, 930 Leuchtstofflampen)
Richtstrahler im Atrium, Patio, Eingang: Erco (Strahler Typ Stella und Beamer in Sonderkonfiguration; pro Paar an Richtstrahler: 1x HIT 70W und 1x LED 36W)
Buchladen: XAL Vitrinenbeleuchtung (Typ Nano Spot und Nano Turn in LED); Erco (Quintessence Downlights mit LED)

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