Paul Schneider (von) Esleben

„Wenn Sie diese Zeilen lesen“ ... So beginnen manche Texte, die gleich von etwas berichten werden, das nicht mehr ist. Bis ges-tern noch vorhanden, aber jetzt, wenn Sie diese Zeilen lesen eben nicht mehr. Nachteil einer Monatszeitschrift, oder anders herum: unscharfe Terminplanung?

In Düsseldorf ist die Ausstellung zu einem ihrer großen Söhne dann abgebaut, Paul Schneider von Eslebens Bauten allerdings sind es (noch) nicht. In München im Architekturmuseum der Pinakothek der Moderne ist eine PSE-Ausstellung noch bis zum 18. Oktober zu besichtigen, man sollte sich das nicht entgehen lassen.

Grund für die Zweiteilung der Ausstellungsarbeit anlässlich des 100. Geburtstags: In München liegt der Großteil des Nachlasses, in Düsseldorf steht der Großteil der Bauten. Und die nun kann man sich noch anschauen: Die Rochus-Kirche beispielsweise, das Mannesmann-Hochhaus, die Haniel-Garage, die Roland Schule ... Wer von weiter her kommt, darf ausnahmsweise political incorrect handeln und mit dem Flieger anreisen: Ankunft dann allerdings am Flughafen Köln-Bonn. Den sieht man, einigermaßen vor­bereitet, gleich mit ganz anderen Augen an.

Was man in Düsseldorf nicht mehr sieht, ist das ARAG-Hochhaus von 1963–67. Das
unter Denkmalschutz stehende Stufenhochhaus wurde 1991 abgerissen. An seiner Stelle steht heute unauffällig zeitlos der ARAGTower von Foster Partners und RKW.

Es gibt einen Katalog (München) und eine kleine, aber feine Broschüre (Düsseldorf, M:AI). Die Ausstellungselemente, die im Haus der Architekten im Foyer aufgebaut

waren, könnten auf Wanderschaft gehen. Wann und wohin ist noch nicht klar, gestalterische wie inhaltliche Tiefe lassen allerdings nichts anderes übrig. Eine Rundreise durch alle Kammerfoyers wäre hier denkbar. Argumentationshilfe gegen die äußerst pragmatische Verwertungseinstellung dem Bestand in unseren Städten gegenüber. Be. K.
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