GEBAUTES MORGEN

Mut zur Utopie

Die Frage nach dem Bauen in der Zukunft ist die Frage nach der Zukunft selbst. Es geht um nichts anderes als das Erdenken und das Gestalten des Zukünftigen. Voraussetzung hierfür ist das Verstehen des Heute und, darauf aufbauend, die versuchte Antizipation des noch nicht Gewesenen. Dies setzt auch den Willen und die Kraft zur Utopie voraus. 

Wir brauchen heute dringender denn je eine Baukultur mit Mut zur Utopie. Wir brauchen eine Baukultur, die sich endlich mit den großen Fragen unserer und der morgigen Zeit beschäftigt. Dabei ist klar: Wenn es uns als Architekten und Ingenieuren angesichts der drängenden gesellschaftlichen und ökologischen Fragen unserer Zeit nicht gelingt, geeignete Antworten für die gebaute Welt von morgen zu entwickeln – wem dann? Und: Es geht bei diesem Denken und Sprechen nicht nur darum, angesichts des anhaltenden Wachstums der Weltbevölkerung, der Erderwärmung mit ihren Begleiterscheinungen und den zur Neige gehenden Ressourcen ein Mehr an gebauter Umwelt mit weniger Material zu schaffen. Das Bauen der Zukunft ist viel mehr. Es braucht hierfür keine revolutionären Neuentwicklungen im Bereich der Materialien, der Technologien oder der Prozesse. Das, was wir für das Bauen in der Zukunft benötigen, steht uns bereits jetzt zur Verfügung. Wir müssen es nur anwenden.

Das Bauen in der Zukunft …

… ist federleicht und lichtdurchflutet... ... hat nicht nur visuelle, sondern hohe olfaktorische und taktile Qualitäten...

… benötigt keine fossil basierte Energie, ist emissionsfrei, materialsparend und voll rezyklierbar – R128, Stuttgart (Fertigstellung: 2000)

… spricht mit seinen E-Fahrzeugen…

… verknüpft also auch Immobilie und (nachhaltige) Mobilität auf baulicher und energetischer Ebene – F87, Berlin (Fertigstellung: 2011)

spricht mit den Gebäuden in der Nachbarschaft. Und der Leipziger Strom­börse. Und seinen E-Fahrzeugen...

… interagiert also auch energetisch mit der Nachbarbebauung, denkt also auf Quartiersebene und optimiert ­Effizienz und Komfort durch digitale Techniken – B10, Stuttgart

(Fertigstellung: 2014)

… benötigt keine schmutzigen, staubigen und lärmenden Baustellen mehr…

… vereint also auch Modularität, industrielle Fertigung und neue Montagemethoden mit einem hohen Grad an Individualisierbarkeit – Aktivhaus-Siedlung, Winnenden

(Fertigstellung: 2016)

… war schon einmal ein Haus. Oder ein Auto. Oder ein Kleid. Oder …

… ist also auch nicht nur materialsparend und rezyklierbar, sondern verwendet  beim Bauen in großem Umfang Rezyklate. Und sieht Gebäude als Ressourcen(-zwischen-)speicher, die vollständig in technische und biologische Kreisläufe zurückgeführt werden – UMAR, Dübendorf

(Fertigstellung: 2018)

… ist darüber hinaus nachhaltig und gleichzeitig atemberaubend schön – ThyssenKrupp Testturm, Rottweil

(Fertigstellung: 2017).

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