Menschen

Zu seinen wichtigsten Projekten zählt sicherlich das Dreischeibenhaus in Düsseldorf, die OFD in Münster oder das Europa Center Berlin. Aber während Fritz Eller diese Großprojekte noch im Büro Hentrich & Petschnigg plante – das mit Blick auf den Stellenwert der jungen Architekten und ihrer Erfolge zwischenzeitlich und ziemlich sperrig als „ARGE Architekten BDA Hentrich Petschnigg Eller Moser Walter Köllges Stutz Rüping“ firmierte – war ihm selbst die zentrale Arbeit der Landtag in Düsseldorf. Den, wie auch Einzelbauten auf dem Campus der Ruhruniversität Bochum und viele weitere Schul- und Forschungsbauten sowie Museumsbauten wie das Ludwig Forum in Aachen oder das Imhoff-Schokoladenmuseum in Köln, plante und realisierte Fritz Eller zusammen mit den Kollegen und Freunden Robert Walter und Erich Moser, ab 1964 als Architekturbüro Eller Moser Walter (EMW) in Düsseldorf. Am 31. Mai 2018 verstarb Fitz Eller 91-jährig in Aachen.

Geboren wurde Fritz Eller 1927 in Schwaz im österreichischen Bundesland Tirol. Er studierte Architektur an der TH Graz. 1953 traten er und die beiden späteren Büropartner als freie Architekten in das Architekturbüro Hentrich & Heuser ein. 1962 wurde Fritz Eller als Nachfolger von Hans Mehrtens auf den Lehrstuhl für Entwerfen von Hoch- und Industriebauten an die TH Aachen berufen, hier übernahm er die Leitung des Instituts für Schulbau. 1992 wurde er emeritiert, 1997 schieden Fritz Eller und Robert Walter als Seniorpartner aus dem Büro aus. Unter dem Namen Eller + Eller wurde das Büro von den Söhnen weitergeführt, seit 2003 wird es von Erasmus Eller als alleinigem Geschäftsführer geleitet.

Sie passt hundertprozentig die Auszeichnung, die der französische Architekt und Theoretiker, Yona Friedman, am 5. Juni 2018 in Wien überreicht bekam: der mit 55 000 € dotierte Friedrich Kiesler-Preis für Architektur und Kunst 2018. Die Auszeichnung wird abwechselnd alle zwei Jahre von der Republik Österreich und der Stadt Wien „für herausragende Leistungen im Bereich der Architektur und der Künste, die den experimentellen und innovativen Auffassungen Friedrich Kieslers und seiner Theorie der ,correlated arts‘ entsprechen“, vergeben (Statuten des Preises).

Die internationale Jury des Friedrich Kiesler-Preises 2018 würdigt mit Yona Friedman „einen Giganten unter den Architekten, der außerordentlich anerkannt ist unter etablierten VertreterInnen der Profession genauso wie unter Fachleuten am Beginn ihrer Karriere. Während seines gesamten Berufslebens von mehr als sechs Jahrzehnten war er kompromisslos in seiner Präzision und visionär in seinem Denken.“ Bis heute hat der einflussreiche Architekt ,realisierbarer Utopien‘ nur wenig gebaut, er selbst, der am gleichen Tag seinen 95sten Geburtstag feierte glaubt daran, „dass Ideen wichtiger sein können als die Objekte selbst. Eine Auffassung, die 2 500 Jahre zurückreicht, aber oft vergessen wird.“ Glückwünsche!

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