Liebe Leserinnen und Leser,

Tragwerksplanung – für viele ArchitekturstudentInnen scheinbar die einzige Hürde in ihrem Studium, die sie auf dem Weg zum großen Entwerfer meistern müssen. Aber auch für viele in der Praxis tätigen ArchitektenInnen die Krux bei der Umsetzung ihrer kreativen Entwürfe? Soweit die Situation, wie sie sich mir während meiner Ausbildung und Tätigkeit im Architekturbüro dargestellt hat – das ist nun über 20 Jahre her. Es hat sich einiges verändert in den Planungsbüros – sowohl auf Seite der ­Architekten, als auch bei den Ingenieuren. Das Bauen ist komplexer geworden, die Anforderungen steigen stetig, Normen und Richtlinien werden verändert und erweitert, neue Technologien und Materialien erlauben immer kühnere Entwürfe und Konstruktionen. Das geht nur gemeinsam mit sehr viel spezifischem Knowhow jedes Einzelnen, das gebündelt zur bestmöglichen Lösung und nicht nur zum kleinsten gemeinsamen Nenner führen soll. Offenheit und Bereitschaft zur Zusammenarbeit sind daher unabdingbar und so haben wir uns sehr gefreut, mit dem Büro sbp schlaich bergermann partner für diese unsere Oktober-Ausgabe zum Schwerpunkt Tragwerk einen der Protagonisten unter den kreativen Tragwerksplanern in Deutschland als Heftpaten gewonnen zu haben.

Wie uns auch ist es den generalistisch denkenden Ingenieuren ein Anliegen, mit allen beteiligten Bauherren, Architekten, Fachingenieuren, Industriepartnern und ausführenden Unternehmen auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten. Von der Zusammenarbeit mehrerer Protagonisten an einem Projekt konnten wir uns im Stuttgarter Büro von sbp selbst ein Bild machen. In dem gemeinsam mit Ippolito Fleitz gestalteten Bürogebäude erhielten wir einen sehr lebendigen Eindruck von der Arbeit bei sbp, offene Fragen wurden im Videochat mit Mike Schlaich in Berlin ad hoc geklärt und die Auswahl der Projekte für die Ausgabe mit Knut Stockhusen intensiv diskutiert. Bewusst haben wir Bauten ausgesucht, die das Tragwerk als ein zentrales ­Entwurfselement begreifen und somit eine ganz besondere architektonische Aussage treffen. Dabei reichen die Bauaufgaben von einer kleinen Haltestelle am Münsterplatz in Mainz über die Wohnbebauung Parkapartments Belvedere in Wien, das Bürogebäude der taz in Berlin, das Science Center experimenta in Heilbronn, an dem sbp selbst beteiligt waren, bis hin zum Sakralbau der Synagoge in Regensburg. Über alle Einzel- und Besonderheiten der jeweiligen Bauaufgaben sowie das Zusammenspiel von Architektur- und Ingenieurleistungen erfahren Sie ausführlich in unserem Architekturteil. Wenn Sie noch weiter in die konstruktiven Hintergründe der Tragwerksplanung eintauchen wollen, lesen Sie unbedingt auch unsere bautechnischen Beiträge zu Holzverbunddecken in Hybridbauweise, zum aktuellen ­Forschungsstand bei Infraleichtbeton und Carbon oder zu Aspekten der Nachhaltigkeit in der Tragwerksplanung. Erweitern Sie Ihr spezifisches Fachwissen und bringen Sie Ihr Knowhow bestmöglich und mit Freude am großen Ganzen wie am Detail in Ihre eigenen Planungsprozesse ein.

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