Lichtkegel
Tageslichtreflektor im Fulton Center, New York/US

Im November 2014 wurde das Fulton Center in Lower Manhattan in Betrieb genommen. 13 Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001, die auch hier schwere Schäden verursachten, erhebt sich über dem Knotenpunkt von neun U-Bahnlinien das Gebäude, das von einer imposanten Stahl-Glaskuppel gekrönt wird.

Im November 2014 wurde das Fulton Center in Lower Manhattan in Betrieb genommen. 13 Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001, die auch hier schwere Schäden verursachten, erhebt sich über dem Knotenpunkt von neun U-Bahnlinien das Gebäude, das von einer imposanten Stahl-Glaskuppel gekrönt wird. Diese Konstruktion sorgt dafür, dass  Tageslicht ins Innere des Gebäudes gelenkt wird. Das Sky-Reflector-Net, das dort gespannt ist, ist ein „integratives Kunstwerk“, so James Carpenter, denn dort haben Künstler, Architekten und Ingenieure zusammengearbeitet. James Carpenter Design Associates, Grimshaw Architects und Arup waren die beteiligten Büros. Gemeinsam mit Schlaich Bergermann und Partner entwickelte James Carpenter das Konzept für die filigrane, doppelt gekrümmte Tragstruktur der Aluminiumpaneele. Das Sky-Reflector-Net, ein ähnlich einem einschaligen Hyperboloid geformtes Netz aus Stahlseilen und Daylight Panels, befindet sich im Atrium des Fulton Centers und passt sich an die 24 m hohe Kontur der Kuppel an. Die 952 in das Netz gespannten Aluminium Panels leiten das Sonnenlicht ins Innere des Transit- und Shopping Centers. Sie fangen die ständig wechselnden Farben des Himmels und der Wolken ein und bringen diese Atmosphäre hinab ins Atrium und bis in die Tunnelgänge.

Die dreidimensionale Konstruktion und Fertigung der hochreflektierenden Daylight Reflecting Panels stellte die Planer vor ein Problem, für das sie die Lösung nicht in den USA, sondern in Deutschland fanden. Jedes der 952 unterschiedlichen bis zu 2,5 m großen Panels wurde von der durlum GmbH einzeln bemessen und konstruiert, um der Gesamtform, der Statik und der Lichtlenkung des Projekts gerecht zu werden. Spezielles Sandwich-Material, ein Verbundmaterial aus hochreflektierendem Aluminium mit einer Adhäsions-Zwischenschicht und einem Trägermaterial aus Aluminium, wurde entwickelt und gefertigt. Die Perforation jedes einzelnen Elementes richtet sich nach exakten Koordinaten und weist in Abhängigkeit der Einbauposition unterschiedliche Durchmesser auf, über welche sich unterschiedliche Reflexionswerte der Panels ergeben. Auch die dreidimensionale Winkelung zur exakten Lenkung des einfallenden Lichts wurde vom Lichtplanungsbüro genau bestimmt. In enger Zusammenarbeit mit den Auftraggebern und den ausführenden Firmen wurden an den Befestigungspunkten Sollbruchstellen eingearbeitet, um bei unvorhersehbaren Ereignissen eine Überlastung der Seilkonstruktion zu vermeiden. Zur einwandfreien Identifizierung der Daylight Reflecting Panels wurden diese mit einer individuellen Kodierung versehen. Ein solch innovatives Konzept zu realisieren erfordert höchste Ingenieurskunst und Abstimmung unter allen Projektbeteiligten. Nur durch engste Zusammenarbeit ist ein Projekt entstanden, das in seiner Dimension, Wirkung und Lichtbilanz Maßstäbe setzt.

Planer
Konzept:
James Carpenter Design Associates, New York/US
Kabel-Netz Struktur und anfängliche Formfindung:
Schlaich Bergermann und Partner/ James Carpenter Design Associates, New York/US
Architektur:
Grimshaw Architects, New York/US
Technik und Projektmanagement: Arup, New York/US
Tageslichtanalyse:
Carpenter Norris Consulting Inc. / Grimshaw Architects / Arup collaboration
Daylight Reflecting Panels:
durlum GmbH (952 unterschiedliche, dreidimensionale, rauten- und dreiecksförmige Daylight Reflecting Panels. Aufbau der Panels als innovative Sandwich-Konstruktion. Hochreflektierende Aluminiumoberfläche, die 95 % des natürlichen Lichts reflektiert. Individuelle Perforation je Panel nach exakten Koordinaten und konstruktiven Vorgaben)

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