Konzertakustik mit Metallgewebe

In einem internationalen Wettbewerb zu Neugestaltung und Umbau des Koningin Elisa-bethzaal in Antwerpen/BE setzten sich SimpsonHaugh Architects, London, und Kirke-
gaard Associates, Chicago mit ihrem Entwurf durch. Wesentlichen Anteil an diesem Erfolg hatte das Konzept Kirkegaards, der Welt-
klasseniveau für den neuen Konzertsaal anstrebte. Der neue Konzertsaal ist das Herzstück des ebenfalls neuen Elisabeth Centers, das als modernes Konferenzzentrum gebaut wurde. Bei der Neugestaltung des Konzertsaals entschieden sich die Planer mit Blick auf die geforderte akustische Optimierung für eine Verkleinerung. Das ausgeklügelte Zusammenspiel der Gestaltung von Saalform, Decke, Wand und Brüstung begründet die überlegene Akustik des neuen Koningin Elisabethzaals: Mit 9,3 von 10 Punkten der Bewertungsskala gilt sie als nahezu perfekt.
Für den Konzertsaal wählten die Gestalter die Form eines Schuhkartons, die als Garant für optimale Akustik geschätzt wird. Dazu trägt ein exakt austarierter Abstand von der Bühne bis zur Wand mit ungewöhnlicher Sitzplatz-anordnung im Parkett und auf den beiden Emporen bei. Der Verzicht auf eine permanente Vorbühne verhindert überdies einen Tonverlust. Durch eine bogenförmige Wand beträgt die längste Distanz zwischen Bühne und Zuschauerplatz maximal 30 m, sodass sich jeder Gast als Teil des Bühnengeschehens fühlt und von allen Plätzen gleich gut sieht und hört. Von der Decke abgehängte bewegliche, von GKD mit Metallgewebe bekleidete Reflektoren sowie mit dem gleichen Gewebe bespannte Rahmen gewährleisten, dass sich der Klang in der gesamten Halle entfalten kann. Zugleich verdecken die semi-transparenten Membranen die Rohdecke und die darüber liegende Technik. Zur Gestaltung der Wände entschieden sich Kirkegaard Ass. für eine wellenförmige Eichenvertäfelung. Um Vibrationen zu vermeiden, wurden die Hohlräume mit Lava-Sand gefüllt. Mit dieser Konstruktion knüpften die Akustiker an das Klangerlebnis früherer Konzerthallen an, die durch armdicke Steinwände den niederfrequenten Schall in den Saal zurückgaben. So bilden in dem Koningin Elisabethzaal die Wände mit der Bühnenrückwand eine akus-tische Umarmung, die gewährleistet, dass das Echo nicht absorbiert, sondern vollständig zur Bühne reflektiert wird.

Das gleiche Gewebe, das für die Decken-elemente zum Einsatz kam, bedeckt auch die beweglichen Reflektoren an der Bühnenrückwand: goldfarben pulverbeschichtetes Aluminium 6010. Für Decke und Bühne bespannte GKD insgesamt 204 zum Teil wellenförmige Rahmen mit diesem Gewebetyp. 4 m lange und 2,50 m breite Bahnen wurden im Abstand von 10 cm mit dünnen Edelstahldrähten an den gestellten Rahmen befestigt. Anschließend wurde die Gesamtkonstruktion aus Rahmen und Gewebe im gewünschten Goldton beschichtet. Das erforderte eine
besondere Vorbehandlung, um eine homogene Farbigkeit der Komponenten aus unterschiedlichen Werkstoffen – Stahl und Aluminium – zu gewährleisten. Der Materialwahl vorangegangen waren umfangreiche Tests der GKD-Gewebe durch Kirkegaard Ass., um ein Höchstmaß an Raum- und Klangerlebnis zu erzielen. Schon früh war GKD deshalb in den Planungsprozess mit Architekten und Akustikern einbezogen. Ausschlaggebend für die Wahl von Metallgewebe war die akus-
tische Neutralität. Zudem entsprachen die exklusive Optik, Flexibilität und Robustheit der GKD-Gewebe dem anspruchsvollen Gestaltungskonzept.

GKD – Gebr. Kufferath AG, 52353 Düren
www.gkd.de

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