Kompaktes Wohnen
Wohnwürfel aus Japan feiert den puren Funktionalismus

Etwa 47 500 € kostet Paco, eine Erfindung des japanischen Designers Jo Nagasaka mit Schemata Architecture Office, Tokyo. Der Wür­fel mit 3 m Kantenlänge bietet dem Puristen alles, was er zum einigermaßen angenehmen Wohnen benötigt: eine Küche, einen versenkbaren ­Tisch, eine versenkbare Toilette, eine Dusche, bei welcher ein übertüllter Regenschirm als Duschkabine vor Nässe im Wohnraum schützt, sowie eine Hängevorrichtung für eine Matte zum Relaxen und Schlafen.

Schlafen kann man aber auch im unteren Viertel des Würfelvolumen, in welchem auch die reduzierte Haustechnik sowie Teile des versenkbaren Mobiliars untergebracht sind. Wer hier klaustrophobische Anfälle bekommt, der kann Teile der Würfelwand nach außen öffnen.

Der Würfel, der mit einem Gesamtgewicht von rund 12 t durchaus Qualitäten des Immobilen hat, hat zwar keine Fenster, doch lässt sich sein Deckel mittels stufenlos arbeitender Hydraulik soweit öffnen, dass Frischluft einströmen oder auch Blicke aus der Hängematte in die Umgebung möglich sind. Für japanische Gewohnheiten konzipiert, wird Paco in westlichen Ländern eher den Sammler ansprechen; oder diejenigen, die in unseren reizüberfluteten Regionen Orte der Konzentration, des Abgeschiedenseins, der Ruhe suchen. Andererseits kann man sich kaum vorstellen, dass in dem Land mit höchster Wohndichte die nicht stapelbare und also nur eingeschossig verbaubare Box ein größerer Erfolg wer­den kann. Be. K.

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