„Große Nike“ an das Jüdische Museum in Frankfurt a. M.

Alle drei Jahre verleiht der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA seit 2007 ­Architekturpreise, die er – warum auch immer – „Nike“ taufte. Die Nike ist eine Göttin der griechischen Mythologie und ist ihrem Namen „Sieg“ nach eine Siegesgöttin.

Das Auswahlverfahren ist komplex;  das von Jurys gesteuerte Vorrücken über Vorschlags-, Long- und Shortlists ein Hindernislauf für die Einreicher, Mitglieder im BDA. Ganz offensichtlich haben sich die Bauten anspruchsvollen Qualitätsansprüchen zu unterwerfen. Vergeben werden die Niken in acht Kategorien, deren Benennung teils eigenartig aus der Zeit gefallen zu sein scheinen. So gibt es eine Nike für Atmosphäre, eine für Symbolik, Fügung oder Komposition. Die „Große Nike“, der Hauptpreis, zeichnet ein Bauwerk aus, das in allen diesen und weiteren Kategorien vorne liegt. Die Spannung, welchem Bau die „Große Nike“ zugesprochen wird, ist naturgemäß groß. So auch am Abend des 17. BDA Tages in Nürnberg, im Foyer des Neuen Museum von Volker Staab. Hier wurden im festlichen Rahmen die Nike Architekturpreise in acht unterschiedlichen Kategorien verliehen:

Die Klassik-Nike wurde der Wohnanlage Genter Straße 13, München, Otto Steidle mit Doris und Ralph Thut, München, 1969–1972, zuerkannt;

die Nike für Atmosphäre ging an die John-Cranko-Schule, Stuttgart, von Burger Rudacs Architekten, München;

die Nike für Symbolik ging an das Verwaltungsgebäude mit Gewächshaus, Oberhausen, von KUEHN MALVEZZI, Berlin;

die Nike für Fügung ging an die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin, von Ortner & Ortner Baukunst, Berlin;

die Nike für Komposition ging an das Museums- und Kulturforum Südwestfalen, Arnsberg, von bez + kock architekten bda, Stuttgart;

die Nike für Neuerung ging an die Forschungshäuser Bad Aibling, Florian Nagler Architekten GmbH, München;

die Nike für soziales Engagement ging an das Wohnprojekt Riemo, München, der Arge Summa-cumfemmer mit Büro Juliane Greb, Leipzig.

Die „Große Nike“ ging an das Jüdische Museum, Frankfurt a. Main, von Staab Architekten, Berlin. Glückwünsche an alle Ausgezeichneten!

Sowie der Hinweis an den BDA, dass er mit der Klassik-Nike eine Architektur ausgezeichnet hat, die im Vergleich zur „Großen Nike“ relevanter erscheint im Bezug auf Neuerung, Symbolik oder soziales Engagement!

Die „Große Nike“ sollte doch – als ein Zeichen für die Relevanz eines hochambitionierten Verbandes – eher für die Neuerung, also das über alle Schönheitsideale Hinausgehende verliehen werden. Das könnte ein Quertreiber, ein hässliches Entlein, ein Normenverweiger oder gar ein lustvolles Luftschloss sein, also alles, aber deutlich jenseits der hier bemühten Kategorien des Immerschonso. Be. K.

www.bda-bund.de, DBZ.de
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