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Sanierung von schimmelbelasteten Wänden

Die meisten Schäden am Bauwerk entstehen, weil der Schutz gegenüber Feuchtigkeitseinflüssen nicht gegeben ist bzw. nachlässt. Eine Beseitigung der Mängel und das Beheben der entstandenen Schäden im Bereich der Gebäudeabdichtung sind meist mit erheblichen Folgekosten verbunden. Altes Mauerwerk ist in der Regel aus den unterschiedlichsten Materialien zusammengesetzt, eine homogene Mauerwerksstruktur findet man im Altbau selten. Häufig sind die Wände stark durchfeuchtet und salzbelastet. Eine Sanierung wird dann zwingend erforderlich. Die unterschiedlichen Bedingungen stellen die höchsten Anforderungen an den Planer und die ausführenden Firmen. Heute stehen jedoch dank intensiver Forschung gute Systeme zur Verfügung, um sanierungsbedürftige Objekte dauerhaft und sicher nutzbar zu machen.

Schadensanalyse ist wichtig

Für eine sach- und fachgerechte Sanierung ist eine vorherige intensive Analyse des vorhandenen Schadens und der Gegebenheiten vor Ort unerlässlich. Zu der Bauschadensanalyse gehört daher unbedingt die Beurteilung des Mauerwerks, des Putzes, der Salzausblühungen, des Feuchtigkeitsverlaufs und gegebenenfalls einer Schimmelpilzbelastung. Die ermittelten Daten dienen dazu, ein fachgerechtes Sanierungskonzept zu erstellen. Bei der Bauwerksinstandsetzung stellen feuchte, salzbelastete und aus einer Vielzahl von Materialien zusammengesetzte Mauerwerke die Situation dar, mit der man am Objekt konfrontiert wird. Für die Beurteilung gelten keine Normen, eher ist auf Erfahrungen und auf die Ergebnisse der Untersuchungen zurückzugreifen. Bei Sanierungen geht oftmals wert­volle Bausubstanz verloren, weil bei der Auswahl des Materials und der Verarbeitung nicht sorgfältig genug vorgegangen wurde. Dies ist in vielen Fällen auch darauf zurückzuführen, dass Regelwerke und Normen falsch angewendet werden. Erst nach eingehender Untersuchung kann die Frage beantwortet werden, ob ein vorhandener Putz erhalten werden kann, bzw. ergänzt oder sogar erneuert werden muss.

Regelwerk für Bauwerkserhaltung

Die Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V. (WTA) beschäftigt sich seit Jahren mit den Systemen und Verfahren zur Sanierung erhaltenswürdiger Bauteile. Hierzu gehören im Speziellen die Sanierputze, die definitionsgemäß mit „Werktrockenmörtel gemäß DIN 18557 zur Herstellung von Putzen mit hoher Porosität und Wasserdampfdurchlässigkeit bei gleichzeitig erheblich verminderter kapillarer Leitfähigkeit“ bezeichnet wer­den. Die WTA schreibt Werktrockenmörtel als Produkt zur Sanierung vor, da die Zusammen­setzung von Baustellenmischungen in der Regel nicht an die qualitativen Standards der Fertigmischungen erreicht. Es kommt ganz speziell auf die Homogenität des Mörtels und den Luftporengehalt an, um die Funktion als Salzspeicher für bauschädliche Salze zu erfüllen.

Sanierputz-Systeme

Sanierputze werden auf dem durchfeuchteten und/oder dem mit bauschädlichen Salzen kontaminierten Mauerwerk aufgetragen. Dies kann je nach Versalzungsgrad ein- oder mehr­lagig erfolgen. Mindestens müssen jedoch 20 mm Sanierputz appliziert werden. Das Festmörtel-Gefüge eines Sanierputzes muss einen Mindestporengehalt von > 40 Volumenprozent enthalten. Die Wassereindringtiefe des Festmörtels darf 5 mm nicht überschreiten. Die Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl µ muss < 12 sein. Die Druckfestigkeit nach 28 Tagen muss zwischen 1,5-5 N/mm2 liegen.

Da Sanierputze hydrophob sind, verdunstet die anfallende Feuchtigkeit im Gefüge des Sanierputzes, bauschädliche Salze kristallisieren in den Poren und die Feuchtigkeit wird an die Raumluft abgegeben. Als flankierende Maßnahme sollte nachfolgender Feuchtigkeitstransport grundsätzlich immer durch eine horizontale Sperre oder eine nach­trägliche Außenabdichtung unterbunden wer­den. Nur so können Ausblühungen an der Putzoberfläche dauerhaft verhindert werden.

Damit Sanierputz-Systeme fachgerecht appliziert werden können, sind vorbereitende Maßnahmen erforderlich. Mürbe Fugen sind auszukratzen, alte, nicht tragfähige Putze müssen entfernt werden. Vor Applikation des eigentlichen Sanierputzes ist zur Oberflächen­vergrößerung ein halbdeckender Spritzbewurf aufzubringen. Dies ist erforderlich, um eine sichere Verbindung des Sanierputzes mit dem Untergrund zu gewährleisten. Auf diese Weise wird die Gefahr von Rissbildungen und Ab­lösungen erheblich minimiert.

Auf Flächen, bei denen eine hohe Wasserdampfdiffusion gefordert ist, wie auf den in den einschlägigen WTA-Richtlinien genannten und beschriebenen Sockelputzverkleidungen von Neubauten zur Verhinderung von aufsteigender Feuchtigkeit, empfiehlt sich der Einsatz von Sanierputzsystemen. Dazu gehört neben der Sanierung feuchter und salzbelasteter Flächen in der Altbausanierung (innen und außen) auch der Einsatz in der Sanierung ehemals schimmelbelasteter Flächen. Anti-Schimmelputz-Systeme sind mit hohem Wasseraufnahmevermögen und großem Luftporenvolumen für die Vermeidung von Kondensationsproblemen bei Instandsetzungen bzw. Sanierungen von Alt- und Neubauten ausgerüstet. Im System mit entsprechen­den Maßnahmen zur Untergrundvorbereitung kann so einer erneuten Schimmelbildung zuverlässig vorgebeugt werden, wenn das Sanierungskonzept für die objektbezogene Problemstellung entsprechend fachgerecht erstellt und umgesetzt wurde. Sanierputze werden im Finish oftmals fein abgespachtelt.

Maßnahmen gegen Feuchte

Wenn Kellerwände vollflächig durchfeuchtet sind und eine nachträgliche Abdichtung von außen aus wirtschaftlichen oder bautechnischen Gründen nicht möglich ist, kann eine Abdichtung von innen eingebaut werden. Alle an die Außenwände angrenzenden Bauteile wie Innenwände, Treppen, usw. müssen von der Außenwand getrennt werden. Dies geschieht entweder durch Entfernen der angrenzen Steinreihe oder durch einen maschinellen, vertikalen Schnitt. Somit kann die Innenabdichtung lückenlos ausgeführt werden. Die vertikale, innenseitige Abdichtung muss bis in den Wand-Boden-Übergangsbereich und bis zur horizontalen Bodenfläche heruntergeführt werden. Um eine nutzbare Wandoberfläche herzustellen, kann im Nachgang ein Sanierputz (inklusive eines volldeckenden Spritzbewurfs) auf der Innenabdichtung aufgebracht werden.

Sind Wandoberflächen augenscheinlich feucht, sind zwei weitere Ursachen möglich. Zum einen kann es sich um hygroskopische Feuchte handeln, die aus einem stark versalzenen Untergrund herrührt. Salze sind hygro­skopisch, d.h. sie entziehen der Raumluft Feuchtigkeit – dadurch wird die Wandoberfläche augenscheinlich feucht. Liegen keine weiteren Ursachen für Feuchtigkeit vor, so ist dieses Problem allein mit einem Sanierputz in den Griff zu bekommen.

Ist keine Salzbelastung vorhanden, aber trotzdem Feuchtigkeit auf der Wandoberfläche zu sehen, kann ein bauphysikalisches Problem die Ursache sein. Durch fehlende Dämmung kommt es zur Kon­densatbildung auf der Wandoberfläche – die Luftfeuchtigkeit schlägt sich in Tropfen auf der kalten, weil ungedämmten Oberfläche nieder. Zur Bekämpfung sollte im Regelfall eine außenseitige Dämmung installiert werden.

Diffusionsoffene Innenwandsanierung
Alternativ ist auch der Einbau eines nachträglichen Innendämmsystems möglich. Dabei haben sich dampfdiffusionsoffene Systeme als fehlertoleranter erwiesen. Beispielsweise hat Lehm als Baustoff hervorragende Eigenschaften, die sich positiv auf Wohn- und Lebensbedingungen auswirken. Lehmputze wirken feuchtigkeitsregulierend – sie nehmen dank ihrer hohen Kapillarität Luftfeuchtigkeit (mehr als 300 %) auf, speichern sie in ihrem Kapillarsystem und geben sie bei zu trockener Luft wieder an die Umgebung ab. In Häusern mit Lehmputz herrschen damit immer gleichbleibend gute relative Luftfeuchtigkeiten von 55 %. Die Problematik von zu trockener Wohnungsluft im Winter stellt sich damit erst gar nicht. Lehmputze sind dampfdiffusionsoffen, d.h., sie sind in der Lage, Luftfeuchtigkeit hindurch zulassen, sowohl von innen nach außen als auch in die entgegengesetzte Richtung.

Untergründe und Untergrundvorbereitung:

Mit einer Lehmausgleichsschicht können fest anhaftende Putzreste oder Anstriche auf dem Untergrund überarbeitet werden. Sie müssen jedoch diffusionsoffen sein und dürfen keine reinen Gipsputze sein. Lehmputz haftet nur mechanisch, daher muss der Untergrund tragfähig, sauber und ausreichend rau sein. Eine gewisse Restfeuchte darf im Untergrund vorhanden sein, jedoch keine dauerhafte Durchfeuchtung oder Salzbelastung. Des Weiteren ist bei feuchtigkeitsbelasteten Wänden auf aufsteigende Feuchtigkeit aufgrund fehlender Horizontalsperre zu achten. Hier sind vor dem Einbau eines Lehmputz-Systems geeignete Maßnahmen zu ergreifen. In der praktischen Anwendung lassen sich Lehmputze leicht reparieren und sind problemlos überarbeitbar. In Bezug auf Anforderun­gen an verbesserte Wohnbedingungen bieten Lehmputze einen sehr guten Schallschutz.

Energieeinsparung ist bei Sanierungsmaßnahmen ein außerordentlich wichtiger Faktor. Bei Innendämm-Systemaufbauten mit Lehmputzen und Holzweichfaserplatten kann man den erhöhten Ansprüchen an Energieeinsparung gerecht werden. Die entsprechen­den Werte werden durch eine hinreichende Dämmstoffstärke erreicht.

Lehmputze sind kostengünstige Baustoffe, die sich handwerklich sehr gut verarbeiten lassen. Mit keinem anderen Material kann man ähnlich einfach bauen. Aufgrund der einfachen Verarbeitungsweise eignet sich dieser authentische Baustoff auch hervorragend zur energetischen Sanierung erhaltenswürdiger Fassaden.

Das Sanierputzsystem THERMOPAL®

Zur Sanierung von feuchtigkeits- und salzbelasteten Untergründen in der Altbausanierung stehen die WTA-geprüften und zertifizierten Sanierputze des THERMOPAL® Systems für leicht und schnell zu verarbeitende Mörtel mit großer Anwendungssicherheit. Besonders stark salzbelastete Flächen können nur dann langlebig saniert werden, wenn das gesamte System anwendungsgerecht von kompetenten und geschulten Fachverarbeitern eingesetzt wird. Daher gehört die Schulung und Beratung, ebenso wie eine exakte Salzanalyse mit entsprechender Auswertung und Systemempfehlung zum Systemkonzept.

Auf Flächen, bei denen eine hohe Wasserdampfdiffusion gefordert ist, ist das System THERMOPAL®-ASP45 ebenso einsetzbar wie auf den in den einschlägigen WTA-Richtlinien genannten und beschriebenen Sockelputzverkleidungen von Neubauten zur Verhinderung von aufsteigender Feuchtigkeit. Dazu gehört neben der Sanierung feuchter und salzbelasteter Flächen in der Altbausanierung (innen und außen) auch der Einsatz in der Sanierung ehemals schimmelbelasteter Flächen. THERMOPAL®-SR44 als leichter Sanierputz mit einer mittleren Abbindegeschwindigkeit ist sowohl für die manuelle als auch für die Maschinenverarbeitung geeignet. Die weiße Oberfläche muss in den meisten Fällen nicht überstrichen werden. Eine einlagige Verarbeitung bis 30 mm ist problemlos möglich und verhindert lange Wartezeiten. Der Anti-Schimmelputz THERMOPAL®-ASP45 empfiehlt sich mit hohem Wasseraufnahmevermögen und großem Luftporenvolumen für die Vermeidung von Kondensationsproblemen bei Instandsetzungen bzw. Sanierungen von Alt- und Neubauten. Auch er ist bis zu einer Dicke 20 bis 30 mm in einem Arbeitsgang zu verarbeiten. Im System mit entsprechen­den Maßnahmen zur Untergrundvorbereitung kann so einer erneuten Schimmelbildung zuverlässig vorgebeugt werden, wenn das Sanierungskonzept für die objektbezogene Problemstellung entsprechend fachgerecht erstellt und umgesetzt wurde. Sanierputze werden oftmals im Finish fein abgespachtelt. Bei dem Feinputz THERMOPAL®-FS33 in der hellen, cremeweißen Formulierung ist ein Farbanstrich in der Regel nicht mehr erforderlich.

Die bei der nachträglichen, innenseitigen, energetischen Sanierung erhaltenswürdiger Fassaden zu verwendenden THERMOLUT®-Holzfaserdämmplatten sind aus reinen Holzfasern ohne dampfbremsende Schichten hergestellt. Die Dämmplatten haben ein hohes Schallschutzpotential und wirken feuchtigkeits- und klimaregulierend. THERMOLUT® wird als Innenwanddämmsystem in Gebäuden, in denen aus technischen, denkmalpflegerischen oder ästhetischen Gründen eine Außendämmung nicht möglich oder erwünscht ist, eingesetzt. Der Kern des THERMOLUT®-Systems beschreibt einen komplett dampfdiffusionsoffenen Aufbau, der in der Lage ist, Feuchtigkeit aufzunehmen und im Bedarfsfall wieder abzugeben. Dabei kommen Baustoffe zum Einsatz, die im Kontakt mit Feuchtigkeit unempfindlich sind und diese sogar speichern können. Dampfbremsende Folien oder andere Schichten behindern das System und kommen nicht zum Einsatz.

Schomburg GmbH
32760 Detmold
info@schomburg.de
www.schomburg.de
Mehr Informationen finden Sie unter DBZ.de Webcode DBZ0Q11L
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