Einstiegslektüre

„Kunst am Bau“, Bestandteil zumindest der öffentlichen Bauherrnaufgabe seit Anfang der 1950er-Jahre, wurde zu diesem frühen Zeitpunkt im geteilten Deutschland in ganz unterschiedlicher und doch wieder vergleichbarer Weise umgesetzt: Mit dem Kunstwerk am Neubau oder in seinem direkten Umfeld sollte ein Signal für eine (gerne auch politisch gemeinte) gesamtgesellschaftliche Perspektive gesetzt werden.

Warum mit Blick auf die Publikationslage in den letzten Jahren der Beobachtungsfokus auf der Kunst am Bau der DDR liegt, bedürfte ebenfalls eines wissenschaftlichen Symposiums, so wie es eines war, dessen Ergebnisse zur „Kunst am Bau in der DDR“ nun gedruckt vorliegen.

Die buchbinderisch und gestalterisch gut gemachte Publikation dokumentiert das Anfang 2020 veranstaltete Symposium, das anlässlich des Jubiläums „70 Jahre Kunst am Bau in Deutschland“ in Berlin stattfand. Kunsthistoriker-Innen, ArchitektInnen oder KünstlerInnen arbeiten Themen ab wie: Kunst und serielle Architektur (geht das?), politische Repräsentation, Umgang mit dem baukünstlerischen Erbe etc. Die Dokumentation eines hochkarätig besetzten Podiumgesprächs schließt den Band ab, der mit einer Fülle von Fotografien realisierter Kunst an Bau-Projekten die Bedeutung des Themas für alles Weitere unterstreicht. Hervorragende Einstiegslektüre in ein immer noch spannendes, aktuelles  und relevantes Thema. Be. K.

Kunst am Bau in der DDR. Gesellschaftlicher Auftrag – Politische Funktion – Stadtgestalterische Aufgabe. Hrsg. v. BMI und BBR. Deutscher Kunstverlag, Berlin 2020, 132 S., 100 Farbabb.32 €, ISBN 978-3-422-98606-0
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